Bezirk Berlin

Beratungen starten wieder!

Landesbezirk Berlin-Brandenburg

Beratungen starten wieder!

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nach wie vor schränkt auch uns die Corona-Pandemie sehr stark ein, aber die durch die Länder Berlin und Brandenburg vorgegebenen Maßnahmen sind gut und richtig. Inzwischen gibt es auch für uns bei ver.di Änderungen, so können endlich einzelne Beratungen nach Anmeldung und Verabredungen bei uns im Haus endlich – natürlich unter Beachtung der Corona-Sicherheitsregeln - wieder stattfinden. Wir gehen davon aus, dass wir demnächst auch wieder Sitzungen in unseren Ortsvereinen und Geschäftsstellen durchführen können. Auch die ver.di-Bildungszentren können erfreulicherweise nach und nach wieder geöffnet werden.

Alles natürlich unter Einhaltung der entsprechenden derzeit gültigen Sicherheitsstandards.

Wir als Gewerkschaft leben vom gemeinsamen Miteinander, vom Streiten für unsere Positionen. Unsere gemeinsamen Kämpfe sind auch unsere gemeinsamen Erfolge. Die Corona-Pandemie zwingt uns dazu, unsere Arbeit anzupassen. Wir müssen mehr als bisher Distanz wahren, um mögliche Ansteckungsrisiken zu vermeiden. Dies gilt auf jeden Fall mindestens solange, bis es wirksame Medikamente oder vielleicht sogar Impfstoffe gegen Corona gibt.

Einige von euch haben schon diverse Informationen dazu von Ihren zuständigen Fachbereichen bekommen oder auf unserer Homepage gefunden. Andere aber vielleicht noch nicht. Wir wenden uns deshalb heute mit einer Mail an alle ver.di-Mitglieder in Berlin und Brandenburg, um alle gleichermaßen zu informieren.

Auch wir hauptamtlichen ver.di-Beschäftigten haben unsere Arbeit umgestellt, so dass zum Beispiel viel mehr Beratungsarbeit am Telefon oder per Mail erfolgt. Persönliche Beratungen per Telefon sind unproblematisch. Natürlich sind auch persönliche Gespräche möglich, falls eine telefonische Beratung nicht ausreicht.

Aber das geht nur dann, wenn alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen angewendet werden.

Durch die Corona-Krise sind zu unserer täglichen Arbeit neue Aufgaben hinzugekommen. Dazu gehören unter anderem die vielen Gespräche, die mit den Politikerinnen und Politikern in den letzten Wochen und Monaten geführt wurden, um die Interessen der unserer Mitglieder zu vertreten. Wichtig ist für uns, dass nicht nur Förderprogramme für Unternehmen im Fokus stehen, sondern auch und gerade für die Beschäftigten. Wenn Hilfen vom Staat gewährt werden, müssen sie auch bei den Menschen ankommen, die die Wirtschaft auf ihren Schultern tragen und die Wirtschaftskraft erst möglich machen – nämlich bei euch, unseren ver.di-Mitgliedern.

Eins muss uns klar sein: Die Pandemie ist nicht vorbei und auch die Folgen der ersten Phase sind noch längst nicht verdaut. Viele der von ver.di organisierten Bereiche sind in großen Schwierigkeiten, die ersten Vorboten machen sich bemerkbar. Wir kämpfen gerade um Standorte und Arbeitsplätze bei Karstadt, hier hat die Krise die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage des angeschlagenen Konzerns verstärkt. Wir machen uns große Sorgen um die Kunst-, Kultur- und Veranstaltungsbranche. Reisebüros und das Tourismusgewerbe müssen herbe Einschnitte hinnehmen, die sich auch in der Verkehrsbranche bemerkbar machen. So hatte die britische Flugfirma EasyJet angekündigt, über 700 Jobs in Berlin streichen zu wollen. Bei dem Bodenverkehrsdienstleister Wisag sollen auf den Berliner Flughäfen ebenfalls zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut werden. Und als Folge der drastischen Flugrückgänge hat sich die Flughafengesellschaft einen Stellenstopp verordnet. Viele Kolleginnen und Kollegen haben Angst um ihre Einkommen und ihre Arbeitsplätze. Auch daher ist es wichtig, sich gewerkschaftlich zu organisieren und gemeinsam für die Rechte zu streiten.

Nach einer Corona-Zwangspause gibt es jetzt auch wieder Tarifverhandlungen. Den Arbeitgebern in Berlin und Brandenburg wurden vor einigen Tagen die Forderungen für die ÖPNV-Tarifrunde übergeben. Bei den Brandenburger Verkehrsunternehmen, aber auch bei der Berliner BVG werden schwierige Verhandlungen erwartet, Aktionen und eventuell auch Streiks sind nicht auszuschließen. Aber auch im Gesundheits- und Pflegebereich wird wieder verhandelt. Vor ein paar Tagen gab es sogar einen viertägigen (Corona-konformen!) Streik bei der Charité Facility Management (CFM). Auch die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst werden demnächst beginnen. Es ist zu erwarten, dass die Arbeitgeber mit Corona argumentieren werden und mit dem Hinweis auf die drohende Überschuldung alle Forderungen der Gewerkschaft abbügeln wollen. Um zu verhindern, dass am Ende die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer diejenigen sind, die die Zeche für die Krise zahlen, werden starke Gewerkschaften benötigt.

Eintreten geht am schnellsten unter http://mitgliedwerden.verdi.de.

Wir sind davon überzeugt, dass es jetzt Zeit für Veränderungen ist. Unsere Gesellschaft muss sich weiterentwickeln und aus der Corona-Krise lernen. Die Zeit der schönen und wärmenden Worte ist vorbei, die Infektionszahlen sind zumindest in Berlin und Brandenburg auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Viele Politiker sind bereits zur Tagesordnung übergegangen und werden sich spätestens nach der Sommerpause an ihre Versprechungen nicht mehr erinnern. Wir aber stehen dafür, die „systemrelevanten“ Berufe aufzuwerten. Wir fordern, dass es Verbesserungen und Veränderungen im Gesundheitswesen gibt. Wir fordern bessere Arbeits- und Einkommensbedingungen. Die Krise hat uns gezeigt, wie verwundbar unsere Gesellschaft ist und wie sehr wir – vor allem in einer Krise – auf gut funktionierende Dienstleistungen und einen guten und kompetenten öffentlichen Dienst angewiesen sind. Das sollte inzwischen auch denjenigen klar sein, die jahrelang die Privatisierungen vorangetrieben haben und dafür sorgten, dass der öffentliche Dienst auf die Kernaufgaben reduziert wurde. Das waren schwere politische Fehler und egoistisches Profitdenken. Damit sollte jetzt Schluss sein!

Da wir nicht von allen unseren Mitgliedern E-Mail-Adressen bei uns hinterlegt haben, freuen wir uns, wenn du dieses Schreiben weiterleitest und wir weitere Mailadressen erhalten. Hierfür steht unser e-mail-Postfach lbz.bb@verdi.de zur Verfügung.

Bis zu unserer nächsten Info wünschen wir euch und uns in allererster Linie Gesundheit und gute Nerven.

Eure ver.di Landesbezirksleitung in Berlin-Brandenburg

Frank Wolf
Andrea Kühnemann
und
Susanne Feldkötter