Bezirk Berlin

Verhandlungen von Protesten begleitet!

Wir bei GALERIA Karstadt Kaufhof

Verhandlungen von Protesten begleitet!

Die Beschäftigten können zu Recht mehr als einen warmen Händedruck erwarten. Das Mindeste sind Zukunftsperspektiven in einem nachhaltigen Warenhauskonzept.
Streik bei Karstadt Dietrich Hackenberg / ver.di NRW Wir bei GALERIA Karstadt Kaufhof: Verhandlungen von Protesten begleitet!

Bereits seit Montag, 15. Juni, läuft nun die nächste Verhandlungsrunde mit dem Arbeitgeber sowie dem Generalbevollmächtigten Arndt Geiwitz. Die ver.di-Bundestarifkommission und der Gesamtbetriebsrat des Warenhauskonzerns verhandelt mit der Unternehmensführung von Galeria Karstadt Kaufhof über einen Sozialtarifvertrag, ein Zukunftskonzept sowie einen Tarifvertrag zu guter und gesunder Arbeit.

Nachdem die Gegenseite zunächst auf einen Tarifabschluss schon bis Mittwoch, 17. Juni, gedrängt hatte, haben sich die Tarifvertragsparteien nun darauf geeinigt, "open end" zu verhandeln.

Ziel sei es, in dieser Situation bestmögliche Ergebnisse für die Beschäftigten zu erreichen, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger: "Die Beschäftigten sind die größte Gläubigergruppe. Sie haben in den letzten Jahren bereits durch Verzicht und enorme Arbeitsbelastung in das Unternehmen investiert."


Beschäftigte von Galeria Karstadt Kaufhof haben am Dienstag, den 16. Juni 2020, in Köln gegen den drohenden Kahlschlag im Unternehmen protestiert.

Das Management wolle nach wie vor 80 der 172 Filialen schließen, rund 10.000 Stellen seien dadurch gefährdet, kritisierte ver.di-Verhandlungsführer Orhan Akman bei der Kundgebung.

Kürzungen brächten den Konzern aber nicht aus der Krise, so Akman. Eigner Rene Benko müsse Geld für die Zukunft der Betroffenen bereitstellen.

„Der Eigentümer muss Verantwortung übernehmen“, forderte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Nach der Demonstration und Kundgebung kam am Dienstag Bewegung in die Gespräche: Dies gilt für eine tarifliche Absicherung der Beschäftigten durch eine Transfergesellschaft.

Zudem setzten ver.di und der Gesamtbetriebsrat durch, dass der geplante Personalabbau von zehn Prozent in den bestehenden Filialen sowie die Ausgliederung des Waren Service Teams (WST) unter dem Vorbehalt einer Gesamtlösung vom Tisch sind.

Verhandelt wird derzeit über das Aussetzen der tariflichen Entgelterhöhung für 2020 und 2021. Hier erwartet ver.di für die Aussetzung eine Kompensation.

„Die Tatsachen müssen auf den Tisch, damit wir über eine Lösung verhandeln können“, so Akman.

Zur weiteren Planung gehört auch die Zukunft von Karstadt-Sports, Karstadt-Feinkost, der Restaurants Le Buffet und Dinea, der Logistik und Reisebüros. 

Zwischenergebnisse unserer Online-Befragung und den bisherigen Verlauf unserer Verhandlungen zum Gesundheitstarifvertrag und zur Beteiligung am Zukunftskonzept gibt es hier als kompaktes PDF: