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Newsletter 02 (Mai 2022)

Landesbezirk Berlin-Brandenburg

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Information Gerd Altmann Newsletter 02 (Mai 2022)  – Informationen des Landesbezirk Berlin-Brandenburg


VORWORT

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Leben kann schön sein. Corona verschwindet gerade zusehends, es ist Frühling, warm und schön in Brandenburg und Berlin, und: Wir haben nicht nur – wie von ver.di initiiert und durchgesetzt – mit Katja Karger eine Frau an der Spitze des DGB Berlin-Brandenburg, sondern endlich auch im Bund die erste weibliche DGB-Vorsitzende, nach elf (!) Männern: Yasmin Fahimi.

Die neue DGB-Vorsitzende vermittelt qua Person, wo und wie wir als Gewerkschaften wieder stärker werden wollen. Das größte Potenzial haben die Gewerkschaften des Landes bei Frauen. Yasmin Fahimi ist zudem äußerst selbstbewusst und vertritt mit klaren Worten, was sie will. Genau so eine Stimme brauchen Deutschlands Beschäftigte auf der mediengeprägten politischen Bühne, um wieder stärker zu werden.
Aber: Gemeinsam mit ihr sehen wir harten Zeiten entgegen. Denn tatsächlich ist das Leben gerade alles andere als schön. Der Ukrainekrieg ist furchtbar und unglaublich ungerecht. Putins entsandte Mörder töten Kinder, Frauen, Alte und die ukrainischen Männer, die sich den Waffen entgegenstellen. Die wirtschaftlichen Folgen sind immens. In der Ukraine hungern Menschen Tag für Tag. Auch in vielen anderen, vor allem armen Ländern lässt Putins Krieg Menschen sterben.

Nur ein Beispiel. In einigen Ländern außerhalb Europas hat es auch aufgrund des menschengemachten Klimawandels seit zwei Jahren nicht mehr geregnet, Ernten fallen komplett aus. In Ostafrika verhungern jetzt Menschen auch deswegen, weil Putin die Ukraine hinterhältig überfallen hat und es deswegen kaum noch ukrainischen oder russischen Weizen auf den Weltmärkten für die Hungernden gibt.

Und bei uns? Wir sehen, wie bei uns Wohlstand vernichtet wird, ganz konkret bei unseren Mitliedern. Vor wenigen Monaten haben wir uns noch über unsere schönen Tarifergebnisse mit Entgelt-Erhöhungen von 3,5 Prozent gefreut. Was damals keiner ahnte: Aus heutiger Sicht war das deutlich zu wenig. Denn wir haben mittlerweile eine Inflationsrate jenseits der sieben Prozent. Jede/jeder Kollegin/Kollege, die/der mal Tarifverhandlungen geführt hat, weiß, was das bedeutet: Wir müssen in unseren Tarifrunden Forderungen durchsetzen, die deutlich jenseits von acht Prozent liegen, um die schon jetzt entstandene Geldwertvernichtung wettzumachen. Das heißt, wir müssen mit zweistelligen Entgelt-Forderungen in die Tarifrunden gehen.

Wie das gehen soll, haben die Älteren unter uns zuletzt in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts erlebt und durchgesetzt. Die Gewerkschaften haben damals fünfzehn Prozent gefordert und sieben Prozent durchgesetzt. Wie soll das heute funktionieren? Wie können wir das durchsetzen? Zahlen wir, die wir von unserer Arbeit leben, die Zeche auch für Putins Krieg? An der Tankstelle, beim Heizen und selbst beim Lebensmitteleinkauf spüren wir alle, wie das Leben Tag für Tag teurer wird.

Wer nur seine Arbeitskraft hat, um Geld zu verdienen, muss diese möglichst teuer verkaufen. Das gelingt nur mit starken Gewerkschaften. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen unseres neuen Newsletters.

Ich grüße euch herzlich

Euer
FRANK