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Beschäftigte sind gefordert

Klinikum Ernst von Bergmann

Beschäftigte sind gefordert

Tarifstreit am EvB
junger Mann mit Warnweste und Fahne Renate Koßmann Beschäftigte sind gefordert  – Tarifstreit am EvB


Nur 60 Gewerkschaftsmitglieder fehlen, damit ver.di die Geschäftsleitung des Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam zu Tarifverhandlungen auffordern kann. Dafür sind jetzt die Beschäftigten gefordert.
 
Die Kampagne ist unterbrochen, aber der Kampf um einen Tarifvertrag Entlastung ist nicht vorbei. Nachdem ver.di am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam nicht die angestrebte Mitgliederzahl  erreicht hat und nicht ausreichend Unterschriften für eine Petition bekommen hat, ist die Kampagne für den Tarifvertrag zunächst ausgesetzt.

Die am 19. Juli gestartete Kampagne hatte zwei zentrale Ziele. Die Petition für den Tarifvertrag Entlastung sollten 700 Kolleg*innen unterzeichnen. 30 Prozent der Beschäftigten sollten bis zum Stichtag ver.di-Mitglied sein. Beide Ziele wurden nicht erreicht. Es waren am 12. September 520 Unterschriften, und es fehlten noch 60 Mitglieder.

Verhandlungen um die Entlastung und Mindestbesetzungen sind kein Selbstläufer. Das zeigt der aktuell laufende Streik bei Vivantes und an der Charité in Berlin. Oft geht es nicht ohne Streik, um den nötigen Druck aufzubauen. Denn oft geht es nicht um Meinungsverschiedenheiten, sondern darum, dass der Arbeitgeber sich schlicht und ergreifend weigert, überhaupt Gespräche aufzunehmen.

„Doch ohne Mitglieder, funktioniert kein Streik“, sagt ver.di-Verhandlungsführer Torsten Schulz. Die Aktiven im EvB hätten in den letzten Wochen und Monaten alles gegeben, um den Weg zur Tarifauseinandersetzung frei zu machen, aber die Bereitschaft im Haus sei insgesamt noch zu gering. Aus dem „macht ihr mal“ müsse ein „wir machen das jetzt“ werden. Die Beschäftigten müssen sich gemeinsam aktiv für die Verbesserung der eigenen Arbeitsbedingungen einzusetzen.

Auch wenn die Kampagne nun erst einmal ausgesetzt ist, „ganz folgenlos waren unsere Aktionen nicht“, sagt Schulz.  „Wir haben einiges erreicht.“ Nach Informationen von ver.di steht die Pflege beim Arbeitgeber auf der Tagesordnung. Es sollen neue Stellen geschaffen werden und die Zahl der Ausbildungslätze soll aufgestockt werden. Zudem könnte es Vergünstigungen für das Pflegepersonal geben – etwa in Form von ÖPNV-Tickets. „Doch dass hören wir nur aus zweiter Hand“, sagt Schulz, „weil wir bei den Gesprächen derzeit nicht am Tisch sitzen.“ Damit das anders wird und Verbesserungen dann auch tariflich abgesichert werden, fordert ver.di weiter dazu auf, in die Gewerkschaft einzutreten und sich zu aktiv einzubringen.

Denn klar ist: „Sobald wir die noch fehlenden 60 Mitglieder in ver.di begrüßen können und sich die Beschäftigten aktiv einbringen, fordern wir die Geschäftsleitung zu Tarifverhandlungen auf“, sagt Torsten Schulz. jme