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(174) 19.11.2018

 

Aktion „Kinder in der Warteschleife – Jugendamt in Not“ – Sozialarbeiter/innen des Regionalen Sozialpädagogischen Dienstes (RSD) des Jugendamtes Friedrichshain-Kreuzberg protestieren 

Sozialarbeiter/innen des Regionalen Sozialpädagogischen Dienstes protestieren am Dienstag, dem 20. November 2018 von 15:30 – 17:00 Uhr an der Frankfurter Alle / Ecke Proskauerstraße erneut für eine bessere personelle Ausstattung und die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. 

Die Sozialarbeiter/innen der Regionalen Sozialen Dienste (RSD) Berlins arbeiten seit Jahren am Limit. Stellen bleiben unbesetzt, es gibt eine hohe Fluktuation und einen hohen Krankenstand. Auf die prekäre Situation wird seit über fünf Jahren fortwährend gegenüber den zuständigen Senatsbehörden aufmerksam gemacht. Leider ist es bisher zu keiner ausreichenden Verbesserung der Situation gekommen. Im RSD Friedrichshain-Kreuzberg sind zurzeit in einer Region von 14 Sozialarbeiter/innen nur noch 7 übriggeblieben. Für präventive Arbeit bleibt bei dieser Personalsituation kaum noch Zeit und Raum. Kinder, Jugendliche und Eltern aber auch freie Träger, Schulen, Familiengerichte werden in die Warteschleife geschickt. Eltern, die zum Beispiel eine Lerntherapie für ihre Kinder beantragen wollen, müssen sich in Geduld üben. 

„Diese Situation ist besorgniserregend, da die wichtige präventive Arbeit zu kurz kommt. Kinderschutz fängt ja nicht erst an, wenn eine Situation eskaliert und das Kindeswohl akut gefährdet ist. Die Beschäftigten müssen Prioritäten setzen, haben jedoch keine Chance, die Lage zu verbessern“, sagt Anna-Caroline Sprenger, zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin. 

Damit nicht noch mehr Beschäftigte flüchten oder erst gar keine Neuen kommen und die Familien vorhandene Angebote auch nutzen können, muss sofort gehandelt werden. Zu den erforderlichen Verbesserungen gehört eine sofortige Begrenzung der von den Beschäftigten zu bearbeitenden Fälle. Denn nur durch eine fach- und sachgerechte Fallzahlenbegrenzung ist es möglich, Kinder umfassend am Hilfeprozess zu beteiligen, Familien zuzuhören und mit Ihnen nach eigenen Lösungen für schwierige Lebenssituationen zu suchen und den Kinderschutz zu gewährleisten. 

Eine deutlich bessere Bezahlung der Sozialarbeiter/innen ist erforderlich, um den Beruf attraktiver zu machen und die höchst verantwortungsvolle Arbeit wertzuschätzen. Für Berufseinsteiger muss es eine Einarbeitungszeit von mindestens 6 – 12 Monaten geben. Zudem sollte eine unabhängige Ombudsstelle für Fachkräfte eingerichtet werden. Es müssen mehr finanzielle Ressourcen zur Bewältigung der Aufgaben des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (Prävention und Hilfen zur Erziehung) zur Verfügung gestellt werden. 

Für Rückfragen:
Anna-Caroline Sprenger, Gewerkschaftssekretärin Fachbereich Gemeinden, ver.di Bezirk Berlin, Telefon: 030 / 8866-5374, mobil: 0175 / 57 38 863.

 

 

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