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Beschämende Zechprellerei: Arbeitgeber wollen trotz Corona alles …

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Beschämende Zechprellerei: Arbeitgeber wollen trotz Corona alles für sich

(70) 28.05.2021

Die Eigner von Rewe, Sanacorp oder Phoenix haben gerade in Corona-Zeiten sehr gut verdient – weil die Beschäftigten ganzen Einsatz gezeigt haben. Die Rechnung wollen sie aber nicht bezahlen. Nach ihrem heute vorgelegten Angebot sollen die Beschäftigten im Groß- und Außenhandel in diesem Jahr de facto leer (!) ausgehen: Die Beschäftigten sollen für 2021 keine Entgeltsteigerung erhalten.

„Rewe und Sanacorp fahren Rekordumsätze und ihren Beschäftigten wollen sie ein paar Krümel vorwerfen. So geht es überhaupt nicht“, sagt Franziska Foullong, ver.di-Verhandlungsführerin für den Groß- und Außenhandel in Berlin und Brandenburg. „Die Ansage ist klar: Die Arbeitgeber setzen auf Konfrontation statt auf Fairness und Wertschätzung. Dieses Angebot ist für uns nicht verhandelbar.“

In der heutigen ersten Verhandlungsrunde für die rund 64.000 Beschäftigten des Groß- und Außenhandels in den Tarifgebieten Berlin und Brandenburg haben die Arbeitgeber ihr erstes Angebot vorgelegt. Danach soll es 2021 keine tabellenwirksamen Erhöhung, sondern lediglich eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro und dann auch nur für wirtschaftlich stabile Unternehmen geben. Frühestens ab Juli 2022 (!) haben die Arbeitgeber eine tatsächliche Lohnsteigerung von 1,5 Prozent vorgeschlagen, plus eine Coronaprämie von 150 Euro in 2022. Unternehmen, die im Zeitraum von Januar 2021 bis Juni 2022 für mindestens drei Monate Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfen oder sonstige staatliche Unterstützungsleistungen erhalten haben, können die prozentuale Entgelterhöhung sogar um 6 Monate bis spätestens 1. Januar 2023 aufschieben.

Ver.di fordert eine tabellenwirksame Erhöhung von Löhnen, Gehältern und Ausbildungsvergütungen um 6 %, mindestens aber um 150, beziehungsweise 70 Euro, ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde und eine gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlicherklärung der Tarifverträge.

„In der Krise alles verlangen und dann nichts geben wollen“, sagt Franziska Foullong. „Das ist Zechprellerei, für die ich mich schämen würde. Denn die Unternehmen haben gerade 2020 trotz Corona sehr gut verdient:  Rewe Ost hat den Umsatz um 5,2% gesteigert, Sanacorp Pharmahandel um 5,4% und der Phoenix Pharmahandel um 3,6%.“

Die ver.di-Tarifkommission wird mit ihren Mitgliedern in den Betrieben nun die passende Antwort beschließen, um gestärkt in die zweite Verhandlungsrunde am 30. Juni 2021 zu gehen.

Für Rückfragen: Franziska Foullong, Tel.: 0160.93967961

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