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Heute (30. Juni) Warnstreik bei uni-assist e.V. (109)

Heute (30. Juni) Warnstreik bei uni-assist e.V. (109)

30.06.2020

Für Dienstag, den 30. Juni 2020, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die rund 180 Berliner Beschäftigten von uni-assist e.V., einem Dienstleister der deutschen Hochschulen, zu einem Warnstreik auf. Anlass für den Streik ist die fehlende Bereitschaft der Arbeitgeberseite, die am bisher letzten Verhandlungstermin am 02.03.20 von ihr einseitig eingefrorenen Verhandlungen mit der ver.di Tarifkommission wiederaufzunehmen, sowie jüngste Eskalationsmaßnahmen der Arbeitsgeberseite.

So hatte die Tarifkommission vergeblich versucht, mit der Arbeitgeberseite einen Zeitplan für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zu vereinbaren. Zwischenzeitlich legte der mit der Verhandlungsführung beauftragte Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) per Mail ein Angebot für einen Tarifvertrag vor. Dessen Inhalte wurden inzwischen den Beschäftigten über die betriebsinternen Informationsseiten des Arbeitgebers bekannt gegeben. Es unterscheidet sich von einem früheren Arbeitgeberangebot im Februar nur minimal, indem u.a. einige Überleitungsregelungen arbeitnehmerfreundlicher gestaltet wurden. Wie schon zuvor, sind in diesem Angebot keinerlei Vorschläge für Be- und Entfristungsregelungen enthalten. Auch die anderen Kernforderungen der Tarifkommission finden darin keine angemessene Berücksichtigung. Ebenso wie das frühere Angebot ist auch dieses neue Angebot wieder mit einem Ultimatum (bis zum 3. Juli 2020) verknüpft. Dazu hat die Geschäftsführung am 22.06.20 in einem Rundschreiben an die Beschäftigten angekündigt, dass sie bei Nichtannahme dieses mit Frist versehenen Angebotes durch die Tarifkommission die Tarifverhandlungen abbräche und eine arbeitgeberseitige Vergütungsstruktur einführe.

Zu kritisieren ist aus Sicht von ver.di, dass suggeriert wird, es fänden derzeit Tarifverhandlungen statt. Dies ist nicht Fall. Die Verhandlungen wurden – noch vor Corona – von uni-assist einseitig auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Seitdem ist es zu keinen weiteren Gesprächen zwischen uni-assist und der Tarifkommission gekommen, noch sind solche Gespräche seitens uni-assist e.V. geplant. Alle Einladungen zu Gesprächen durch die organisierten Beschäftigten werden ignoriert. Jana Seppelt, ver.di Verhandlungsführung: „In einer solchen Situation des Verhandlungsstilstands ein Angebot ohne substantielle Verbesserungen im Vergleich zum vorherigen, von 88 Prozent der organisierten Beschäftigten abgelehnten Angebot in den Raum zu werfen und mit einem extrem knapp bemessenen Ultimatum zu versehen, lässt sich beim besten Willen nicht als verantwortungsvolles und lösungsorientiertes Handeln bezeichnen. Das ganze Vorgehen der Arbeitgeberseite entspricht absolut nicht den in Tarifverhandlungen üblichen Standards“. ver.di fordert die Wiederaufnahme der Verhandlungen durch die Arbeitgeberseite und Verhandlungswillen zur Lösung der Probleme der Belegschaft. André Pollmann, ver.di Landesfachbereichsleiter Bildung, Wissenschaft und Forschung: „Eigentlich gibt es bei Gehaltsbestandteilen oder VBL gar keine unüberbrückbaren Divergenzen mehr. Auch der Knackpunkt Befristungen ließe sich aus unserer Sicht mit etwas gutem Willen, Kompromissbereitschaft und vor allem einer Wertschätzung der betroffenen Beschäftigten durchaus lösen“.

Streikversammlung: 30.06.2020, 9:00 – 14:00 Uhr

Treffpunkt:  Neben der Grillfläche am östlichen Rand des Tempelhofer Felds, also auf der Neuköllner Seite. Der Zugang zum Feld befindet sich an der Oderstraße, die Streikversammlung ist durch ver.di Fahnen sichtbar.

Für Rückfragen:
Jana Seppelt, ver.di-Verhandlungsführerin, mobil: 0151 / 15 94 88 42.

Pressekontakt

Pressestelle
ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg
Pressesprecher/in: Dr. Andreas Splanemann
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