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Sozialarbeiter/innen protestieren

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Sozialarbeiter/innen protestieren

(155) 18.10.2018

Aktion „Jugendamt-vom Aussterben bedroht“ – Sozialarbeiter/innen aus Treptow-Köpenick protestieren 

Sozialarbeiter/innen des Regionalen Sozialpädagogischen Dienstes und aus anderen Bereichen des Jugendamtes Treptow-Köpenick protestierten am Donnerstag, dem 18. Oktober 2018 von 10 – 12 Uhr vor dem Rathaus Köpenick für eine bessere personelle Ausstattung und die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. 

Sie werden darstellen, wie die Personalsituation in den letzten zwei Jahren war, wie sie sich entwickeln wird und welche Auswirkungen diese Situation für die Familien, Schulen und Gerichte hat. Im Bezirk Treptow-Köpenick sind die Beschäftigten vor allem durch eine hohe Fluktuation der Beschäftigten gebeutelt. Zahlreiche Stellen konnten in den letzten zwei Jahren nicht besetzt werden und viele neue eingestellten Sozialarbeiter/innen verließen den RSD nach wenigen Monaten.

„Die nächste Krise ist schon absehbar, da im Januar 2019  wahrscheinlich 12 Stellen unbesetzt bleiben. Viele erfahrene Beschäftigte verlassen den RSD. Nach bisherigem Stand ist davon auszugehen, dass dann drei Viertel der verbleibenden Beschäftigten eine Berufserfahrung von lediglich zwei Jahren haben werden. Das ist im Zusammenhang mit den Anforderungen im RSD höchst bedenklich, da bei dieser anspruchsvollen Tätigkeit eine mehrjährige Berufserfahrung unabdingbar ist“, sagt Anna-Caroline Sprenger, zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretärin. 

Damit nicht noch mehr Beschäftigte flüchten oder erst gar keine Neuen kommen, muss sofort gehandelt werden. Zu den erforderlichen Verbesserungen gehört eine sofortige Begrenzung der von den Beschäftigten zu bearbeitenden Fälle. Denn nur durch eine fach- und sachgerechte Fallzahlenbegrenzung ist es möglich, Kinder umfassend am Hilfeprozess zu beteiligen, Familien zuzuhören und mit Ihnen nach eigenen Lösungen für schwierige Lebenssituationen zu suchen und den Kinderschutz zu gewährleisten. 

Eine deutlich bessere Bezahlung der Sozialarbeiter/innen ist erforderlich, um den Beruf attraktiver zu machen und die höchst verantwortungsvolle Arbeit wertzuschätzen. Für Berufseinsteiger muss es eine Einarbeitungszeit von mindestens 6 – 12 Monaten geben. Zudem sollte eine unabhängige Ombudsstelle für Fachkräfte eingerichtet werden. Es müssen mehr finanzielle Ressourcen zur Bewältigung der Aufgaben des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (Prävention und Hilfen zur Erziehung) zur Verfügung gestellt werden. 

Für Rückfragen:
Anna-Caroline Sprenger, Gewerkschaftssekretärin Fachbereich Gemeinden, ver.di Bezirk Berlin, Telefon: 030 / 8866-5374, mobil: 0175 / 57 38 863.

 

 

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