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Ärztliche Direktoren stellen sich gegen streikende Beschäftigte …

Ärztliche Direktoren stellen sich gegen streikende Beschäftigte bei Vivantes

09.09.2021

Am heutigen Donnerstag, dem 9.9.2021 haben sich die ärztlichen Direktor/inn/en des Vivanteskonzerns mit einem Appell gegen den Streik der Beschäftigten gewandt. „Gerade diesem Führungskreis sollten die offensichtlichen Probleme in der Gesundheitsversorgung bekannt sein: Das Personal ist chronisch überlastet und das geht auch zulasten der Patientinnen und Patienten. ver.di fordert die Entlastung des Personals, wodurch sich die Situation für alle verbessern würde.  Dass sie sich die ärztlichen Direktorinnen und Direktoren von Vivantes mit ihrem Appell an die Öffentlichkeit wenden und Panik verbreiten, ist ein starkes Stück und wird von vielen Beschäftigten in einer Situation als sehr unkollegial empfunden, die sie als Notwehr verstehen“, sagte heute Frank Wolf, ver.di-Landesbezirksleiter. 

ver.di hat für den heutigen Streikbeginn zahlreiche Beschäftigte, darunter vor allem Pflege- und Servicepersonal an diversen Einrichtungen der beiden Krankenhauskonzerne Charité und Vivantes zum Streik aufgerufen. Außerdem befinden sich ab Donnerstag auch Beschäftigte der Vivantes-Tochterunternehmen im Streik.

„Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst: Durch den Streik ist weder die Sicherheit oder Gesundheit von Patientinnen und Patienten bedroht, noch gefährdet der Streik die Gesundheitsversorgung Berlins. Die Beschäftigten haben das grundgesetzlich verbriefte Recht, für verbesserte Arbeitsbedingungen und faire Einkommen zu streiken. Dies sollten die ärztlichen Direktorinnen und Direktoren zur Kenntnis nehmen und ihren Appell eher an die eigene Geschäftsführung richten“, so Frank Wolf.

Im Übrigen sei klar, dass ver.di schnellstmöglich auf dem Verhandlungsweg eine einvernehmliche Lösung erzielen will. Dazu ist es aber notwendig, dass die Arbeitgeberseite verhandlungsfähige Angebote unterbreitet und ernsthafte Verhandlungen führen will. „Da sich die Arbeitgeber bis zum Beginn der Urabstimmung noch nicht einmal zu Verhandlungen bereit erklärt hatten, zeigt sich, dass sie anscheinend nur unter Druck reagieren“, so Frank Wolf. Deswegen sei die Anforderung der Arbeitgeber, dass weitere Verhandlungen nur stattfänden, wenn ver.di den Streik aussetzt, so nicht akzeptabel.

Die Forderungen und auch der Streik von ver.di kämen nicht überraschend. Seit Monaten liegen die Forderungen auf dem Tisch. ver.di erwartet von den Arbeitgebern, dass mit verhandlungsfähigen Angeboten am Verhandlungstisch weitergearbeitet wird, da nur so eine weitere Eskalation durch die Arbeitgeber vermieden werden kann.

Für die Klinikbelegschaften fordert ver.di einen Tarifvertrag Entlastung, der Mindestpersonalbesetzungen für Stationen und Bereiche regelt, einen Belastungsausgleich für den Fall, dass diese nicht eingehalten werden sowie eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen. In den Tochtergesellschaften von Vivantes will die Gewerkschaft erreichen, dass sich die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung aller Beschäftigten nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) richten.

Das ärztliche Personal ist nicht von ver.di zum Streik aufgerufen worden. 

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