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Berliner Sozial- und Erziehungsdienste

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Berliner Sozial- und Erziehungsdienste

(139) 05.09.2018

ver.di fordert Aufwertung der Berliner Sozial- und Erziehungsdienste 

Die Gewerkschaft ver.di hat im Rahmen des ver.di-Betriebsrätearbeitskreises Soziales in Berlin in einem Branchengehaltsvergleich die Bezahlung der Beschäftigten unter die Lupe genommen. Ergebnis: Zwischen der Bezahlung der Beschäftigten bei freien Trägern und denen im öffentlichen Dienst des Landes Berlin klafft in vielen Fällen eine riesige Lücke. Nicht selten heißt das für Beschäftigte bei den freien Trägern: Für die gleiche Tätigkeit erhalten sie mehrere Hundert Euro im Monat weniger als ihre Kolleg/inn/en im öffentlichen Dienst. Die Gehaltslücke kann beispielsweise bei staatlich anerkannten Erzieher/inne/n bis zu 657 € monatlich weniger, bei Integrationserzieher/inne/n bis zu 734 € monatlich weniger und bei Sozialarbeiter/inne/n mit staatlicher Anerkennung sogar monatlich 945 € weniger betragen. Aber auch im Durchschnitt liegt die Bezahlung der genannten Beschäftigtengruppen bei den freien Trägern deutlich unter der Bezahlung für die gleiche Tätigkeit im öffentlichen Dienst. 15 bis 20 Prozent weniger Gehalt sind die Regel. 

„Das ist nicht hinnehmbar und das wollen wir ändern. Geld ist da und Fachkräfte werden dringend gebraucht. Die Zeit ist also reif, diese krasse Gehalts- und Gerechtigkeitslücke endlich zu schließen“, sagt Ivo Garbe, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär. 

ver.di wird daher für die Beschäftigten im Berliner Sozial- und Erziehungsdienst in freier Trägerschaft noch in diesem Jahr zu Tarifverhandlungen auffordern. 

„Ohne die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst in freier Trägerschaft ist Berlin nicht denkbar: sie pflegen, betreuen und arbeiten mit Menschen mit und ohne Behinderung. Sie fangen die auf, die den Halt verloren haben oder bedroht sind, ihn zu verlieren. Sie begleiten Sterbende. Sie empfangen die, die geflüchtet sind. Sie kümmern sich um die Kinder unserer Stadt: in der KiTa, nach der Schule, in Jugendclubs, in Wohnheimen, in Wohngemeinschaften. Sie er- und durchleben Leid und Glück mit ihren großen und kleinen, jungen und älteren Klientinnen und Klienten. Sie werden gebraucht. Sie sind die Grundlage der sozialen Infrastruktur unserer Stadt“, sagt Ivo Garbe. 

Für Rückfragen: Ivo Garbe (ver.di): ivo.garbe@verdi.de 0151 520 165 26