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ver.di: Berliner Verwaltung braucht dringend neues Personal

ver.di: Berliner Verwaltung braucht dringend neues Personal

14.10.2021

„Die Berliner Verwaltung braucht dringend Nachwuchs und neues Personal“, diese Erwartung formulierte die stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann an die neu zu bildende Berliner Regierungskoalition. Seit Jahren warne die Gewerkschaft vor den sich abzeichnenden und teilweise schon bestehenden Personalengpässen bei Senat und Bezirken.

„Unsere Mahnungen und Warnungen sind leider bisher ungehört verheilt, das Sparen hatte Vorrang. Die dadurch entstehenden Probleme sind immer wieder unter den Teppich gekehrt worden“, so Andrea Kühnemann. Die Ursachen der Personalnot des Berliner öffentlichen Dienstes lassen sich in drei Felder einteilen. So gibt es zum Beispiel bei Bürgerämtern, dem IT–Dienstleister oder der Feuerwehr eine strukturelle Personalschwäche, die dazu führt, dass Leistungen nur eingeschränkt oder mit Abstrichen erbracht werden können. Im Fall der Bürgerämter haben zusätzlich zur Unterbesetzung weitere Faktoren wie Krankheit oder Überlastung zum teilweisen Zusammenbruch des Angebots geführt. Die zweite Kategorie betrifft zahlreiche Dienststellen, aus denen Personal ausgeschieden und aus Spargründen nicht wieder ersetzt wurde. Diese in den vergangenen Jahren entstandenen Personallücken beeinträchtigen die Arbeitsabläufe sehr und führen auch hier dazu, dass Angebote eingeschränkt werden müssen.

Das dritte Problem – der demographische Wandel – ist ebenfalls seit Jahren virulent, spitzt sich jetzt aber zu. In den nächsten drei Jahren werden weitere 30.000 Beschäftigte altersbedingt aus dem öffentlichen Dienst ausscheiden. „Auch hier haben wir seit Jahren gefordert, dass im öffentlichen Dienst verstärkt und über Bedarf ausgebildet wird, damit das Land in der Lage ist, wenigstens den inzwischen deutlich verringerten Personalbestand zu halten. Da dies nicht erfolgt ist, droht nun ein schwerwiegender Personalengpass. Die neue Regierungskoalition könnte mit rasch umzusetzenden Sofortprogrammen wenigstens den Kollaps verhindern. Langfristig braucht Berlin für den öffentlichen Dienst endlich eine effiziente und übergreifende Personalentwicklungsplanung. Auch hier kann eine neue Koalition Wichtiges leisten und die Weichen stellen“, so Andrea Kühnemann.

Inzwischen machen sich allerdings auch Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Für sehr viele Schulabgänger ist eine Ausbildung im öffentlichen Dienst nicht mehr attraktiv. Außerdem wird es immer schwieriger, gut ausgebildete Fachleute für Positionen im öffentlichen Dienst zu finden. Zurzeit werden besonders dringend Techniker/innen oder auch medizinisches Fachpersonal gesucht. „Auch hier ist es dringend geboten, das Image des öffentlichen Dienstes aufzupolieren, in dem endlich die Arbeitsbedingungen verbessert und die Einkommen angepasst werden, damit es gelingt, geeigneten Nachwuchs zu finden“, so Andrea Kühnemann.

 

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