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Haustarifverträge für Berliner Assistenzdienste „ambulante Dienste“ …

Haustarifverträge für Berliner Assistenzdienste „ambulante Dienste“ und „Neue Lebenswege“ (94)

09.06.2020

Nach fast zweijährigen Tarifverhandlungen haben die mehr als 1.000 Beschäftigten der beiden größten Berliner Assistenzdienste nun wirksame Haustarifverträge. Ver.di und die jeweiligen Geschäftsführungen von ambulante dienste e.V. und Neue Lebenswege GmbH haben Anfang April, bzw. Mitte Mai die bis zum Juli 2019 rückwirkenden Tarifverträge unterschrieben. Fast 200 Menschen mit Behinderungen werden von den Diensten versorgt, und können so ihre Leben selbstbestimmt gestalten.

Georg Dudaschwili, Vorstand von Neue Lebenswege erklärt dazu: „Leitgedanke des Bundesteilhabegesetzes ist die volle, wirksame und nachhaltige Teilhabe für Menschen mit Behinderung. Mit der persönlichen Assistenz wird dieser Forderung in besonderer Weise entsprochen. Wir sind froh, dass wir dieses innovative Angebot mit dem Tarifvertrag zukunftsfähig gestalten. Unser Dank gilt der Tarifkommission und den Pflegekassen, ohne die die Umsetzung unseres gemeinsamen Ziels nicht möglich gewesen wäre“.

“Mit der jetzt angemesseneren Eingruppierung von uns Persönlichen Assistenten haben wir monatlich mehrere Hundert Euro zusätzlich auf dem Konto. Auch die anderen Beschäftigten profitieren von dem Tarifvertrag, und wir alle können unsere wichtige Arbeit jetzt mit mehr Sicherheiten ausüben”, sagt Michael Teumer, Tarifkommissionsmitglied von ambulante dienste. Dazu kommen erhöhte oder neu eingeführte Zuschläge und Zulagen sowie ein Ausgleich für die bisher nicht berücksichtigen Feiertage. Ericka Reikowski, Tarifkommissionsmitglied bei Neue Lebenswege betont: “Endlich haben wir auch die vollen 6 Wochen Urlaub, und zusätzlichen Urlaub für unsere ständige Wechselschichtarbeit. Dank der beinahe vollständigen Angleichung an den TVL haben wir nun ebenfalls viele andere Vorteile, wie Weihnachtsgeld und Krankengeldzuschuss“.

Der Tarifvertrag wird refinanziert vom Land Berlin sowie den Pflegekassen, welche im November 2019 im Beisein von ver.di eine grundsätzliche Einigung über die Vergütungssätze mit den Assistenzdiensten schließen konnten. Maßgeblich dabei war auch der Senat für Integration, Arbeit und Soziales, welcher für die laufende Amtszeit die Schließung der Tariflücke zwischen Landesangestellten und Freien Trägern als Auftrag hat. Staatssekretär Alexander Fischer dem entsprechend: "Wir begrüßen sehr, dass es nun einen Tarifvertrag für die Assistentinnen und Assistenten gibt. Ein gutes Beispiel, das hoffentlich Schule macht. Wir danken allen, die diesen wichtigen Schritt möglich gemacht haben".

Uta Wehde, Geschäftsführung von ambulante dienste erklärt: „Unser Ziel war es, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so bald wie möglich Mehr im Geldbeutel haben und sie die Anerkennung und Wertschätzung erfahren, die sie schon lange verdienen“.

Bei ambulante dienste wurden bereits für April Nachzahlungen nach Tariflohn bezahlt, und im Mai wurde ein Großteil der beträchtlichen Rückzahlungen an die Beschäftigten überwiesen. Bei Neue Lebenswege soll dies spätestens Anfang Juli geschehen. “Obwohl wir sehr vereinzelt arbeiten, haben wir es geschafft, uns zu organisieren – und es fühlt sich bestärkend an, jetzt dafür auch so deutlich belohnt zu werden”, resümiert Michael Teumer von ambulante dienste.

Für Rückfragen:
Ivo Garbe, ver.di-Gewerkschaftssekretär, mobil: 0151 / 520 16 526.
Michael Teumer, Tarifkommissionsmitglied, ambulante dienste, e.V.: michael.teumer@gmx.de, mobil: 0176 / 5010 4135; Ericka Reikowski, Tarikommissionsmitglied, Neue Lebenswege GmbH, dieroseericka@gmail.com, mobil: 0176 / 2158 8287;
Uta Wehde, Geschäftsführung, ambulante dienste, e.V., gf@adberlin.com, Tel.: 030 / 690 4870;
Georg Dudaschwili, Vorstand, Cooperative Mensch eG, dudaschwili.g@co-mensch.de, Tel.: 030 22 500-0;
Senatsverwaltung Integration, Arbeit und Soziales pressestelle@senias.berlin.de, Tel.: 030 / 902 811 35.