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Chemieunglück in Indien vor 35 Jahren

Landesbezirk Berlin-Brandenburg

Chemieunglück in Indien vor 35 Jahren

(214) 29.11.2019

Chemieunglück in Indien vor 35 Jahren - ver.di: „Bhopal ist uns Mahnung“ 

„Der 35. Jahrestag der Katastrophe von Bhopal am kommenden Montag ist eine deutliche Mahnung auch für uns. Arbeitsschutz und Produktionssicherheit dürfen nicht durch Profitgier oder auch Schlamperei gefährdet werden! Die Gesundheit der Menschen in den Arbeitsprozessen und der Nachbarn von Arbeitsstätten müssen immer den Vorrang haben“, sagt Andrea Kühnemann, stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin. Auch wenn in Deutschland aufgrund von Gesetzen und Kontrollen eine Katastrophe von dem Ausmaß wie in Indien unwahrscheinlich ist, haben gerade deswegen Gesundheits- und umweltschützende Gesetze eine sehr hohe Bedeutung. „Wichtig ist, dass Gesundheits- und Umweltschutz ernst genommen werden. Für die Einhaltung der Vorschriften ist ausreichend Kontrollpersonal notwendig und es muss noch wirksamere Durchsetzungs- und Sanktionsinstrumentarien geben“, sagt Andrea Kühnemann. 

Gesundheitsrisiken dürfen zudem durch Auslagerung von Dienstleistungen nicht exportiert werden. Die Wirtschaftsräume sind durch die Globalisierung klein geworden, wir wissen, dass Gifte im Naturkreislauf früher oder später in die anderen Regionen der Erde zurückwirken. „Daher fordern wir ein Lieferkettengesetz, mit dem Unternehmen verpflichtet werden, die Einhaltung der Menschenrechte, von Arbeits- und Umweltschutz bei ihren Zulieferfirmen in allen Teilen der Welt zu überprüfen und durchzusetzen. Sie müssen bei Nichteinhaltung zur Verantwortung gezogen werden“, so Andrea Kühnemann. 

Am 3. Dezember 1984 kam es zur Katastrophe von Bhopal mit vielen Tausend Todesopfern. Ein zum Union Carbide Konzern gehöriges Unternehmen produzierte in Bhopal-Indien Pestizide. Ein Chemietank mit MIC, Methylisocyanit war explodiert, weil Arbeitsschutz und Produktionssicherheitsvorschriften eklatant missachtet worden waren. Die Giftwolke tötete noch in der ersten Nacht die Arbeiter in der Fabrik und die Bevölkerung der Nachbarschaft. Noch heute verseucht das Gift Boden und Wasser und werden immer wieder missgebildete und kranke Kinder geboren. Je nach offizieller oder inoffizieller Zählung schwankt allein die Zahl der Toten, sie liegt aber bei mindestens 22 000 Menschen im Laufe der Jahre. „Wir fordern, dass die Überlebenden und Hinterbliebenen der Bhopal-Katastrophe endlich angemessenen entschädigt und die Umweltschäden beseitigt werden“, so Andrea Kühnemann. 

ver.di unterstützt die Mahnwache am 3. Dezember 2019 Brandenburger Tor ab 19 Uhr, zu der Amnesty Internation aufruft.

 

 

 

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