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    VHS-Dozentin verliert zweite Instanz

    Fachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung

    VHS-Dozentin verliert zweite Instanz

    (16) 10.02.2021

    Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat gestern die Klage einer VHS-Dozentin gegen die Volkshochschule Friedrichshain-Kreuzberg in zweiter Instanz abgewiesen. Die Klägerin forderte nach ihrem fristlosen Rauswurf nach 27 (!) Jahren arbeitnehmerähnlicher Beschäftigung ihre entgangenen Honorare in Höhe von rund 18.000 € ein. Nach Einschätzung von ver.di zeigt das Urteil die Dringlichkeit auf, mit der der Senat endlich eine bessere soziale Absicherung für die arbeitnehmerähnlich beschäftigten VHS-Dozent_Innen in Berlin einführen muss.

    Inez Sand war 27 Jahre arbeitnehmerähnlich bei der VHS Friedrichshain-Kreuzberg tätig. Nach einem Disput über Altersdiskriminierung und mangelnde Transparenz bei der Kursvergabe, hatte die VHS Friedrichshain-Kreuzberg die Zusammenarbeit mit ihr fristlos gekündigt. Inez Sand verklagte ihren Arbeitgeber daraufhin auf Honorarausfall in Höhe von 18.000 Euro für die bereits vereinbarten Seminare.

    Das Arbeitsgericht wies ihre Klage im Juli vergangenen Jahres ab und lehnte am Dienstag, den 09.02., nun auch zweitinstanzlich die Klage von Inez Sand ab. Die Begründung: Es sei kein Vertrag zustande gekommen, so eine Gerichtssprecherin.

    „Das Urteil macht sehr deutlich, dass der recht- und schutzlose Zustand, in dem die Berliner Volkshochschulen ihre Dozent_Innen arbeitnehmerähnlich beschäftigen, endlich beseitigt werden muss“, sagt André Pollmann, ver.di-Landesfachbereichsleiter für Bildung, Wissenschaft und Forschung. „Die Fraktionen des Bildungsausschusses haben in ihrer letzten Sitzung in großer Einstimmigkeit den Senat aufgefordert, mit ver.di eine Rahmenvereinbarung für mehr soziale Sicherheit für die VHS-Dozent_Innen abzuschließen. Wir erwarten, dass der Hauptausschuss am 17. Februar den Beschluss des Bildungsausschusses bestätigt und der Senat bald auf uns zukommen wird.“

    Für Rückfragen: André Pollmann, ver.di-Landesfachbereichsleiter für Bildung Wissenschaft und Forschung, Tel: 030 8866 - 5304

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