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DHL Delivery Berlin GmbH

Postdienste und Logistik

DHL Delivery Berlin GmbH

(41) 28.02.2018

Speditions-, Logistik- und Paketdienstbranche in Berlin und Brandenburg:
ver.di ruft zu weiteren Warnstreiks auf 

Am Mittwoch, dem 28. Februar 2018, ruft der ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg erneut ca. 400 Paketzusteller aus 11 Depots der DHL Delivery Berlin GmbH zu einem ganztägigen Arbeitskampf auf. Betroffen sind die Stützpunkte in Mahrzahn, Lichtenberg, Pankow, Mariendorf, Köpenick, Neukölln, Britz und außerhalb von Berlin in Großbeeren. Täglich werden hier insgesamt 57.000 Paketsendungen ausgeliefert. Die Empfänger müssen daher mit Ausfällen bzw. Verzögerungen bei der Zustellung rechnen. 

Seit der Ausgliederung im Jahr 2015 von Paketdienstleistungen der Deutschen Post AG in 49 neu gegründete Tochtergesellschaften, der regionalen DHL Deliverys, finden auf die Arbeitsverhältnisse der dort Beschäftigten die jeweils geltenden Flächentarifverträge der Speditions- und Logistikbranche Anwendung, also auch in der Region Berlin und Brandenburg. 

ver.di fordert in den Lohntarifverhandlungen für die Berliner und Brandenburger Beschäftigten im Speditions- und Logistikbereich eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent bezogen auf 12 Monate, eine Tätigkeitszulage für Paketzusteller und Berufskraftfahrer in Höhe von 25 Prozen des jeweiligen Stundenlohns und zusätzlich für die Brandenburger eine Angleichung ihres Entgeltniveaus an die Berliner Entgelte. 

Auch in der dritten Verhandlungsrunde am 21. Februar 2018 konnte mit dem Verband für Verkehr- und Logistik Berlin und Brandenburg keine Einigung erzielt werden. Die Vorstellungen der Tarifpartner über eine angemessene Erhöhung der Löhne liegen noch weit auseinander. Die Arbeitgeber boten gerade mal die Hälfte der geforderten linearen Erhöhung an, obwohl die letzte tarifliche Lohnerhöhung im Oktober 2016 erfolgte, aber die Verbraucherpreise in der Hauptstadtregion, sowie Umsätze und Gewinne der Unternehmen mittlerweile exorbitant gestiegen sind. Die Zahlung einer Tätigkeitszulage für Paketzusteller und Berufskraftfahrer wurde von Arbeitgeberseite kategorisch abgelehnt, obwohl gerade die Gütertransport- und die boomende Paketbranche unter bedrohlichem Fachkräftemangel leidet. 

„Die Anforderungen an die Tätigkeiten von Paketzustellern und Berufskraftfahrern steigen permanent, auch die Belastungen. Die Transport- und Logistikunternehmen hatten es bisher noch nie so schwer wie heute, für die Arbeiten geeignete Fachkräfte zu finden. Wenn aber Firmen bereit sind, gute Löhne zu zahlen, haben sie eine gute Chance, auf dem leergefegten Arbeitsmarkt Fachkräfte zu finden und damit ihr Wachstum zu halten. Andernfalls werden die Beschäftigten immer mehr auf Branchen ausweichen, in denen sie mehr Geld verdienen können. Die Verweigerungshaltung der Arbeitgeberseite ist somit überhaupt nicht nachvollziehbar und schon gar nicht akzeptabel. Wir werden den Druck in den Betrieben daher weiter erhöhen müssen.“ so Benita Unger, ver.di-Verhandlungsführerin. 

Die Verhandlungen werden am 08. März fortgesetzt. 

Für Rückfragen:
Detlef Conrad, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär, Landesbezirk Berlin-Brandenburg,
mobil 0171 / 76 58 297.

 

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