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Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Bildung, Wissenschaft und Forschung

Zentral- und Landesbibliothek Berlin

(94) 17.09.2014

Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB):
ver.di fordert Stopp bei Auslagerung von Arbeitsplätzen 

In der größten öffentlich-wissenschaftlichen Bibliothek in Deutschland, der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, droht eine Auslagerung von Arbeitsplätzen. Seit Juli 2014 ist bereits ein Teil des Einstelldienstes als Outsourcing an eine Privatfirma übertragen worden. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft fürchtet, dass es sich bei dieser Fremdvergabe um einen ersten Schritt handeln könnte, dem bald weitere folgen werden. „Die Privatisierung dient auch bei der ZLB dazu, tarifliche Standards zu senken. Dadurch will der Arbeitgeber Kosten sparen und sich der sozialen Verantwortung sowie den arbeitsvertraglichen Verpflichtungen entziehen, daher fordern wir den sofortigen Stopp dieser Politik“, sagte Susanne Feldkötter, zuständige Gewerkschaftssekretärin bei ver.di. 

Der Einstelldienst ist in einer Bibliothek für das sorgfältige Ordnen und Einsortieren zurückgebrachter Medien verantwortlich, damit das Bibliothekspublikum die gesuchten Medien wieder auffinden kann. Es handelt sich hierbei um eine typische Dauer- und Kernaufgabe der Bibliotheksarbeit. Diese Arbeit ist im Tarifvertrag der Länder (TV-L) in den unteren Entgeltgruppen angesiedelt.

„Mit solchen Verträgen wird nur noch eine Leistung bestellt und bezahlt. Einen Arbeitsvertrag bekommen diese Beschäftigten lediglich bei einer Drittfirma zu schlechteren Bedingungen mit längeren Arbeitszeiten bei geringerer Bezahlung. Die Belegschaften werden gespalten und die Mitbestimmung der Personalvertretungen wird durch solche Rechtskonstruktionen umgangen“, so Susanne Feldkötter. An einen Betriebs- oder Personalrat können sich die Beschäftigten der beauftragten Firma nicht wenden. Die Firma hat keine gewählte Vertretung und dem Personalrat der ZLB fehlt bei Dienstverträgen die Zuständigkeit.

Solche Arbeitsverhältnisse unter Einrichtung von ‚Parallelbelegschaften‘, welche die gleichen Aufgaben innerhalb der Bibliothek zu erledigen haben, sind eine Tarifflucht. Sie dürfen im öffentlichen Dienst des Landes Berlin keine Schule machen. Sie sind unsozial und müssen sofort zurückgenommen werden. 

Für Rückfragen:
Susanne Feldkötter, Gewerkschaftssekretärin im Fachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung,
T. 030/ 8866-5300, Mobil: 0175/ 430 72 66.