Massenentlassung bei Spotify – ver.di kritisiert Missachtung deutschen Arbeitsrechts

Pressemitteilung vom 07.12.2023

english below

Der Audiostreamingdienst Spotify plant Massenentlassungen. Weltweit sollen ca. 17% der Beschäftigten vor die Tür gesetzt werden. Die deutsche Dependance mit Sitz in Berlin hat ca. 350 Beschäftigte. Hier sollen nach ver.di-Informationen ca. 50 Beschäftigte von der Entlassung bedroht sein. Angesichts der aktuell schwarzen Zahlen, des Unternehmens kritisiert ver.di die Entlassungen scharf. „Hier stehen offensichtlich keine betriebswirtschaftlichen Gründe im Vordergrund. Das Unternehmen will wohl zu Lasten der Beschäftigten die Rendite steigern. Es will ein Zeichen an die Finanzmärkte senden, dass  Kosten eingespart werden.“ erklärt Oliver Hauser, zuständiger Gewerkschaftssekretär bei ver.di.

Nach ver.di-Informationen versucht das Unternehmen den Kündigungsschutz in Deutschland zu umgehen, indem den Beschäftigten Aufhebungsverträge aufgenötigt werden. Diese sollen mit wenigen Tagen Bedenkzeit unterschrieben werden. Damit würden Rechte aus dem deutschen Kündigungsschutz, wie der Anspruch auf Abfindung oder die Pflicht zu einer Sozialauswahl durch das Unternehmen unterlaufen. Ver.di vermutet, dass sich Spotify sich mit diesem Vorgehen das Unwissen vieler internationaler Beschäftigter über ihre Rechte in Deutschland zu Nutze machen will. „Wir raten dringend: Hände weg vom Stift. Solche Verträge sollten nicht ohne vorherige Beratung unterschrieben werden. Wer einmal unterschrieben hat, hat mögliche Rechte aus dem Kündigungsschutz verloren. ver.di Mitglieder erhalten bei uns dazu eine kostenlose Beratung.“ erklärt dazu Oliver Hauser.

Für Rückfragen:
Oliver Hauser, ver.di Gewerkschaftssekretär für die Tech-Branche
Oliver.hauser@verdi.de
Tel: 0170-5748545

 

Mass layoffs at Spotify - ver.di criticizes disregard for German labour law

The audio streaming service Spotify is planning mass layoffs. Around 17% of employees worldwide are to be made redundant. The German branch based in Berlin has around 350 employees. According to ver.di information, around 50 employees are at risk of dismissal here. Given that the company is currently in the black, ver.di sharply criticizes the dismissals. "There are obviously no business reasons at the center of this. The company probably wants to increase profits at the expense of its employees. It wants to send a signal to the financial markets that costs are being cut," explains Oliver Hauser, the responsible trade union secretary at ver.di.


According to ver.di information, the company is attempting to circumvent the protection against dismissal in Germany by forcing employees to sign termination agreements. These are to be signed with just a few days' notice. This would undermine rights under German protection against dismissal, such as the right to severance pay or the obligation to make a social selection by the company. Ver.di suspects that Spotify is using this approach to take advantage of the lack of knowledge of many international employees about their rights in Germany. "We strongly advise: Hands off the pen. Such contracts should not be signed without prior consultation. Once you have signed, you have lost any rights arising from protection against dismissal. ver.di members can obtain free advice on this from us," explains Oliver Hauser.