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ver.di-Informationen Charité

Gesundheitswesen

ver.di-Informationen Charité

(161) 17.06.2015

ver.di-Informationen zur Leistungseinschränkung an der Charité :
Nicht der Streik gefährdet die Patienten, sondern der Normalzustand 

Die Resonanz auf den ver.di Streikaufruf an der Charité ist enorm. Von mehr als 20 Stationen haben die Beschäftigten eine Streikbereitschaft angezeigt, die eine Schließung der Stationen erforderlich macht. Das bringt den massiven Leidensdruck der Beschäftigten zum Ausdruck.

Insbesondere in den sensiblen Bereichen wie Intensivstationen und Überwachungseinheiten hat für die Beschäftigten die Notfallversorgung für Berlin und Brandenburg auch während des Streiks hohe Priorität.

In sogenannten Verbundlösungen sprechen sich die Kolleginnen und Kollegen dieser Bereiche deshalb über die Stationen hinweg ab und legen fest, wo die Kapazitäten streikbedingt  heruntergefahren werden und wo sie bewusst aufrecht erhalten bleiben. Dies gilt sowohl für die Intensivkapazitäten als auch für die Betten zur Schlaganfallversorgung (Stroke-Units). Die Kolleginnen und Kollegen  zeigen damit  ihr Verantwortungsbewusstsein für die Gesundheitsversorgung der Stadt. Sie sind vor diesem Hintergrund an vielen Stellen bereit, ihr grundgesetzlich verbrieftes Streikrecht nur eingeschränkt wahrzunehmen. 

Der Charité-Vorstand versucht nun, für  die Beschäftigten dieser Bereiche de facto ein Streikverbot durchsetzen. Er bezieht sich dabei auf angebliche Anweisungen aus der Senatsverwaltung für Gesundheit, die ihn zwingen würden, in diesen Bereichen keine Leistungseinschränkungen zuzulassen. 

„Allein aus dem Bereich der Schlaganfallversorgung sind in den letzten Tagen mehrere Gefährdungsanzeigen geschrieben worden, mit denen dokumentiert wird, dass eine patientengerechte Versorgung nicht mehr gewährleistet werden kann. Während dieser Normalzustand offenbar vom Vorstand das ganze Jahr über akzeptiert wird, werden diese Bereiche nun genutzt, um den berechtigten Streik der KollegInnen zu diskreditieren, “ erklärt Gewerkschaftssekretär Kalle Kunkel.
„Der Charité-Vorstand versucht nun vermeintliche Vorgaben des Senats vorzuschieben, um Streiks in bestimmten Bereichen zu verhindern. Eine Stellungnahme der Senatsverwaltung für Gesundheit zu dieser Frage wäre an dieser Stelle dringend erforderlich, um zu klären, dass das Streikrecht für alle Beschäftigten im Krankenhaus gilt“, so Kunkel weiter. 

Für Rückfragen: Kalle Kunkel, zuständiger ver.di-Betreuungssekretär, mobil: 0160 – 252 59 06.

 

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