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ver.di: Reinigung öffentlicher Gebäude rekommunalisieren (233)

ver.di: Reinigung öffentlicher Gebäude rekommunalisieren (233)

01.12.2020

„Zusammen mit den Sparmaßnahmen der vergangenen Jahre wurden zahlreiche Aufgaben der öffentlichen Dienste privatisiert. Ganz oben auf der Wunschliste stand die Reinigung öffentlicher Gebäude. Die Privatisierung hat sich aus Sicht von ver.di weder qualitativ, noch organisatorisch bezahlt gemacht. Unter dem Strich ist die Erledigung dieser Aufgaben durch eigenes Personal günstiger und besser. Daher fordert ver.di, die Reinigung öffentlicher Gebäude zu rekommunalisieren“, sagt Andrea Kühnemann, stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin. Ein erster Schritt könnte sinnvollerweise mit der Schulreinigung gemacht werden, um dann die Eigenreinigung auf Dienstgebäude der Bezirksämter und Kindertagesstätten der Eigenbetriebe auszudehnen.

Da der Anteil der Eigenreinigung im Berliner öffentlichen Dienst fast bei null liegt, wird ver.di zu den Wegen zu einer guten Gebäudereinigung in Berliner Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäuden informieren und für das Thema werben. „Wir wollen allen Beteiligten Hilfestellungen bei der Neuausrichtung der Gebäudereinigung geben“, so Andrea Kühnemann.

Dabei sind vorrangig die Rahmenbedingungen für die Dienstleistungserstellung vor Ort zu verbessern. Dies gilt sowohl für die Reinigung durch Drittdienstleister als auch für die neu einzurichtende Eigenreinigung. Beide Reinigungsformen werden auch in Zukunft in der Unterhaltsreinigung öffentlicher Gebäude anzutreffen sein, die bei ihnen geltenden Arbeits-, Qualitäts- und Leistungsstandards bedingen sich gegenseitig.

„Eine Neuaufstellung der Gebäudereinigung ist ein anspruchsvolles Projekt. Für Politik und Verwaltungsführung ist eine datenbasierte, belastbare Gesamtkonzeption zu erstellen, die mit einer ganzheitlichen Sichtweise die Qualität der Reinigung, die Transparenz und die Arbeitsbedingungen verbessert“, so Andrea Kühnemann.

Aus Sicht von ver.di könnten Pilotprojekte in den Bezirken genutzt werden, um sowohl die Qualität der Reinigung zu erhöhen, als auch die Arbeitsbedingungen der Reinigungskräfte zu verbessern. ver.di schlägt vor, über Pilotprojekte in den Bezirken die Eigenreinigung auf den Weg zu bringen und nach der Umsetzungsphase zu evaluieren und einen Markttest durchzuführen. Erforderlich ist aber, dass die Anforderungen an die Qualität der Reinigung für die Eigen- wie auch für die Fremdreinigung gleich sind. In den letzten Jahren wurde die Gebäudereinigung überwiegend kostenorientiert betrachtet. Qualität, Nachhaltigkeit und gute Arbeit waren zweitrangig.

Für einen erfolgreichen Weg der Eigenreinigung ist ein Umdenken in der Politik und in der Verwaltung nötig. Politik und Verwaltung müssen den ernsthaften Willen haben, die Eigenreinigung erfolgreich zu machen und Erinnerungen an „alte Zeiten“ über Bord zu werfen. Unabdingbar ist auch die aktive Einbindung der Personalräte, die externe Unterstützung erhalten sollte, so ver.di.

Dass Eigenreinigung erfolgreich gestaltet werden kann, zeigt beispielsweise die Landeshauptstadt Düsseldorf. Mit dem Projekt „Neue Reinigung für Düsseldorf“ wurde bewiesen, dass Rekommunalisierung keine Wunschvorstellung ist, sondern tatsächlich umsetzbar und wirtschaftlich darstellbar ist. Für diesen erfolgreichen Einsatz, die Eigenreinigung von 20 auf 50 Prozent zu erhöhen, erhielt der Personalrat den diesjährigen Personalräte-Preis in Gold.

Die Koalition in Berlin will sich in Berlin für gute Arbeit einsetzen und prekäre Arbeit zurückdrängen. Mit der Eigenreinigung kann ein Projekt begonnen werden, beide Ziele miteinander zu verbinden.

Für Rückfragen:
Erich Mendroch, ver.di-Fachbereichsleiter Gemeinden, ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg, mobil: 0151 / 121 25 866.

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