HelloFresh: Arbeitgeber behindert Betriebsratswahl

Pressemitteilung vom 13.08.2022

Bei der Berliner Unternehmen HelloFresh versuchen aktuell Beschäftigte, erstmals einen Betriebsrat zu gründen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) unterstützt dieses Vorhaben. „Allerdings versucht der Arbeitgeber unter anderem mit einer Desinformationskampagne die Bildung eines Betriebsrates zu verhindern. Außerdem werden Gewerkschafter/innen offen eingeschüchtert“, sagt Franziska Foullong, zuständige Gewerkschaftssekretärin im ver.di-Fachbereich Handel Berlin-Brandenburg. So fanden mehrere Informationsveranstaltungen statt, zu denen der Arbeitgeber eingeladen hatte, bei denen falsche Informationen zur Betriebsratsarbeit sowie zur Wahl erläutert wurden. Darüber hinaus wurde dort dezidiert erklärt, wie die Wahl des Wahlvorstands verhindert werden kann. Diese gewerkschaftsfeindliche Politik der Geschäftsführung bleibe bei den Beschäftigten, von denen viele nicht-deutschsprachig sind und erst eine kurze Zeit in Deutschland leben, nicht ohne Wirkung. Ihnen fehle die Erfahrung mit Betriebsratswahlen und viele hätten zudem Angst, sich zu äußern, um das Arbeitsvisum nicht zu gefährden. Der Arbeitgeber versuchte, die Wahlinitiator/innen zu überreden, eine Alternative zum Betriebsrat zu bilden, die keinerlei Rechte hätte und den Beschäftigten keine echte Interessensvertretung sein könnte. Dem haben sich die Wahlinitiator/innen verwehrt und bestehen nach wie vor auf der Wahl eines Betriebsrates.

Da kein Wahlvorstand in einer Betriebsversammlung gebildet werden konnte, hat sich ver.di entschieden, beim Arbeitsgericht den Antrag auf Einsetzen eines Wahlvorstandes einzureichen. Dies ist am vergangenen Mittwoch, dem 10. August 2022 erfolgt.

HelloFresh ist ein Lebensmittelhändler, der so genannte Kochboxen mit Rezepten im Abosystem vertreibt. Das Unternehmen wurde 2011 in Berlin gegründet und ist inzwischen in zahlreichen Ländern aktiv. HelloFresh beschäftigt insgesamt knapp 15.000 Personen, davon am Standort Berlin rund 1.300, die den Betriebsrat wählen dürfen. Bislang gibt es bei HelloFresh in Berlin keinen Betriebsrat.

Für Rückfragen:
Franziska Foullong, ver.di-Gewerkschaftssekretärin, mobil: 0160 / 939 67 961.

 

 

 

Pressekontakt

ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg
Herr Kalle Kunkel
Köpenicker Str. 30
10179 Berlin
presse.bb@verdi.de

Tel.: 030/8866-4111
Fax: 030/8866-4905