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Aufruf des Aktionsbündnisses Brandenburg

Aufruf des Aktionsbündnisses Brandenburg

Auch ver.di-Berlin ist bestürzt und entsetzt, dass aufgrund einer gemeinsamen Initiative der Bundesministerien für Inneres und Justiz eine Auszeichnung des Bündnisses Neukölln „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ verhindert wurde. Ver.di ist Mitglied dieses Bündnisses und spricht sich, wie das gesamte Bündnis, gegen jede Form von Gewalt aus.
Seit Jahren werden in Neukölln Anschläge verübt, die sich ausschließlich gegen Menschen richten, die sich für ein buntes und weltoffenes Neukölln einsetzen, ohne das bisher TäterInnen ermittelt werden konnten. Nun dem Bündnis eine Auszeichnung zu verwehren, heißt Opfer zu Tätern machen!
Aus diesem Grund unterstützen wir den folgenden Aufruf des Aktionsbündnisses Brandenburg:


Aktionsbündnis Brandenburg
Mittelstraße 38 | 14467 Potsdam
aktionsbuendnis-brandenburg.de
kontakt@aktionsbuendnis-brandenburg.de
Potsdam, 19.3.2018

Demokratiepreis für das Bündnis Neukölln

Judith Porath und Jörg Wanke, Vorstandsmitglieder des Aktionsbündnisses Brandenburg, rufen zur Unterstützung des Bündnisses Neukölln auf. Die Vergabe des Preises „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ an das Bündnis, das sich gegen rechte Gewalt im Berliner Südosten engagiert, war auf
Druck aus der Bundesregierung hin gestoppt worden.
„Die Neuköllnerinnen und Neuköllner, die angesichts der Gewalt von rechts offen für Vielfalt und Demokratie eintreten, sind Vorbilder, die Unterstützung verdienen.“ sagt Judith Porath vom Verein Opferperspektive, der 2004 den Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ erhielt.
Die Bürgerinitiative Zossen zeigt Gesicht, in der sich Jörg Wanke engagiert, war 2009 Preisträger. Er sagt: „Ich weiß, wie es ist, wenn Neonazis dich mit dem Tod bedrohen und dein Haus niederbrennen. Wir als Bürgerinitiative waren dankbar für die Unterstützung, die wir erfahren
haben. Sie hat uns bestärkt, den Neonazis weiter die Stirn zu bieten.“

Staatssekretäre des BMI und BMJ hatten nach einem Bericht des Tagesspiegels die Auszeichnung des Bündnisses Neukölln verhindert. Das Bündnis, dem unter anderem die SPD, Linke, Grüne, Kirchen und Gewerkschaften angehören, würde auch von der Interventionistischen Linken
unterstützt, so die Begründung. Diese Gruppe wird im Verfassungsschutzbericht erwähnt. Dem Bündnis wird gar nichts vorgeworfen. Jörg Wanke dazu: „Dass diesen Menschen die Unterstützung verwehrt wird, ist erbärmlich. Sie stehen für unsere Verfassungswerte ein, auch dann, wenn es
gefährlich ist. Sie verteidigen unsere Demokratie.“
Die beiden Vorstandsmitglieder rufen Vereine, Verbände und Projekte, die ebenfalls mit dem Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet wurden, dazu auf, sich mit dem Bündnis
Neukölln zu solidarisieren. Judith Porath: „Wir werden Geld spenden und das Bündnis Neukölln mit einem zivilgesellschaftlichen Demokratiepreis auszeichnen. Unsere Bitte: Beteiligen auch Sie sich
mit einer Spende. Wir zeigen gemeinsam: Wir stehen hinter euch.“

Spenden mit dem Verwendungszweck „Demokratiepreis Neukölln“ bitte an:
Verein gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit e. V.
GLS Bank Bochum
IBAN DE03 4306 0967 1132 6524 01
BIC GENODEM1GLS

Ehemalige Preisträger, die sich an der Würdigung beteiligen wollen, wenden sich bitte an das

Aktionsbündnis Brandenburg: www.aktionsbuendnis-brandenburg.de/kontakt

Für Pressegespräche stehen zur Verfügung:
Judith Porath 0151 59100082
Jörg Wanke 0171 4168381