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Preisverleihung für Dienststellen und Betriebe des öffentlichen …

Preisverleihung für Dienststellen und Betriebe des öffentlichen Dienstes in Berlin Charlottenburg

Tarifrunde öffentlicher Dienst bei Bund und Kommunen

Donnerstag, 22.März 2018

Preisverleihung für Dienststellen und Betriebe des öffentlichen Dienstes in Berlin Charlottenburg

Unter dem Motto „Wir sind es wert“ versammelten sich ca. 120 ver.di Mitglieder zur Preisverleihung an Bereiche des öffentlichen Dienstes für die Arbeit, die die Beschäftigten für die Berliner und Berlinerinnen erbringen.  Direkt gegenüber befanden sich die Büroräume des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Berlin (KAV). Der KAV sollte die Preisverleihung sehen. Der kommunale Arbeitgeberverband Berlin ist mitverantwortlich, dass ver.di seit der zweiten Verhandlungsrunde in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes zu Warnstreiks aufruft. Am Verhandlungstisch wurde in den ersten beiden Runden mehr als deutlich, dass die Arbeitgeber, vor allem der kommunalen Arbeitgeberverbände, zig Einwände gegen die berechtigten Forderungen erheben, obwohl die wirtschaftliche Lage gut ist. Wann soll denn der Nachholbedarf bei den Tariflöhnen des öffentlichen Dienstes aufgeholt werden, wenn nicht jetzt, bei guten Zahlen?

Trotz Schnee und Nässe trotzten die Gäste der Preisverleihung dem Winter.

Aus allen Bereichen waren Kollegen und Kolleginnen dabei. In den Bäderbetrieben war die komplette Frühschicht zum Streik aufgerufen, 10 Schwimmbäder blieben geschlossen. Die Wasserbetriebe, Vivantes, Charité, Deutsche Bundesbank und das Robert-Koch-Institut für die Bundesbereiche und andere waren da.

Gabi Lips als stellvertretende Landesbezirksleiterin von ver.di Berlin-Brandenburg hielt die Lobesreden und überreichte die Preise.

Die Preisträger in der Kategorie „Gesundheit“ waren die Charité und ihre Töchter, die es geschafft haben, den ersten Tarifvertrag zur Personalbemessung zu erstreiten. Kati Ziemer, die bei der Charité arbeitet, aber zur Tochter CFM gestellt ist, nahm den Preis stellvertretend entgegen. Sie steht als Gärtnerin auch für viele, die am Krankenhaus für die Gesundheit der Patienten und Patientinnen arbeiten, aber die gerne vergessen werden, wenn manche nur an Ärztinnen und Pflegepersonal denken.

Der Preis für „Wissen“ ging an Uwe Schäfer für das Robert-Koch-Institut. Dort sind die Kollegen und Kolleginnen zuständig für die Krank­heits­über­wa­chung und -prävention und die bio­medi­zi­nischen Forschung. Die Kern­auf­ga­ben des RKI sind die Erken­nung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infek­tions­krank­heiten. Hier geht es also um das Wissen und seine Anwendung, was wir brauchen, damit die Gesundheit auch ohne Krankenhaus erhalten bleibt.

In der Kategorie „Lebensadern“ erhielt Sabine Thonke für die Berliner Wasserbetriebe den Preis. Die Wasserbetriebe sorgen dafür, dass wir in unseren Leitungen in Küchen und Bädern sauberes Trinkwasser haben und das Abwasser ordentlich entsorgt wird. Wer wenn nicht unsere Wasserleitungen sind die Lebensadern einer Stadt wie Berlin? Sabine Thonke ist Architektin und arbeitet damit als Frau in einem Männerberuf in einem Betrieb, in dem mehrheitlich Männer arbeiten. Da wurde sie dann auch Frauenvertreterin und vertritt besonders die Anliegen ihrer Kolleginnen, die nicht den Bach runtergehen sollen!

Thorsten Jensen steht für eine bei Tarifrunden seltener erwähnte Behörde, die Deutsche Bundesbank. Dort arbeiten ganz überwiegend Beamte und Beamtinnen. Thorsten Jensen nahm den Preis für „Vertrauen“ entgegen, denn ohne Vertrauen in einen sicheren Geldverkehr würde niemand mehr ein Konto eröffnen und keine Überweisung würde ausgeführt. Er ist seit dreißig Jahren Gewerkschafter und damit in seinem Bereich etwas Besonderes.

Für die Kategorie „Rettung“ nahm Marko Ponndorf den Preis entgegen. Er ist als Schwimmmeistergehilfe in einem Betrieb unterwegs, wo es ganz maßgeblich um Rettung geht, den Berliner Bäderbetrieben. Vorbeugend, weil dort Schwimmen gelehrt und gelernt wird, und im Fall der Fälle, weil dann die Menschen an den Beckenrändern eingreifen und die Ertrinkenden rechtzeitig wieder aus dem Wasser holen müssen. Den Beschäftigten ist das immer bewusst, weshalb notfalls eher eine Badschließung in Kauf genommen wird, als die Sicherheit der Badegäste zu riskieren.

Der Winter im März hatte leider zur Folge, dass wir Holger Borck, den Preis für „Zuverlässigkeit“ nicht persönlich überreichen konnten. Gerade weil sie wieder zuverlässig ihre Arbeit für die Berliner Bevölkerung gemacht haben, nämlich den Winterdienst, konnten er und seine Kollegen von der Reinigung nicht kommen. Notdienstvereinbarungen heben für diese Kollegen selbst den Streikaufruf auf. Das Wohl und Wehe der Berliner wird im öffentlichen Dienst immer mitgedacht.

Wir sind es Wert und deshalb wollen wir unsere Forderungen in der Tarifrunde durchsetzen!

Die Warnstreiks werden fortgesetzt bis wir ein gutes Ergebnis erreicht haben.

Mehr  zu den Preisverleihungen an anderen Orten hier: https://wir-sind-es-wert.verdi.de/

 

Astrid Westhoff, ver.di Bezirk Berlin, 22. März 2018

Preisverleihung ver.di Tarifrunde ÖD 2018 Berlin