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(197) 12.10.2017

ver.di zum Teilverkauf von Air Berlin-Anteilen an die Lufthansa 

Am heutigen Donnerstag, dem 12. Oktober 2017, sind die ersten, nunmehr vorliegenden Teil-Verhandlungsergebnisse zu Air Berlin veröffentlicht worden. Danach erhält - wie erwartet - die Lufthansa umfassende Geschäftsbereiche von Air Berlin. 

Nach ver.di-Schätzungen sind bisher für diese Bereiche mindestens 3.000 Airberliner/innen tätig. Mit dem Kauf der Air Berlin-Tochtergesellschaften Niki und Luftverkehrsgesellschaft Walter garantiert die Lufthansa bisher nur für rund 1.450 Beschäftigte einen Arbeitsplatz. Für den Anteil an der Air Berlin selber, den die Lufthansa erwerben will, hat sie bislang klar zu erkennen gegeben, dass eine Übernahme der Beschäftigten nicht beabsichtigt ist. Die Lufthansa benötigt für den Betrieb auch dieser Flugzeuge Personal in der genannten Größenordnung, will aber, dass sich Interessenten neu bewerben. 

„Dies ist beim Verkauf von Unternehmensteilen ungewöhnlich und auch rechtlich umstritten. Wir kritisieren scharf, dass die Lufthansa auf Profitsteigerungen und Unternehmenserweiterungen aus ist, sich aber der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern entziehen will“, sagte heute Christine Behle, zuständiges ver.di-Bundesvorstandsmitglied. Offenbar sei geplant, durch das Verfahren der Neueinstellung eine gezielte Personalauswahl zu betreiben, bei der vermutlich Jüngere und somit billigere Arbeitskräfte bevorzugt eingestellt werden sollen. Zudem sei bislang völlig offen, ob überhaupt oder in welchem Umfang Airberliner in diesem Verfahren bevorzugt berücksichtigt würden, auch wenn die Lufthansa verkünden würde, Beschäftigte einstellen zu wollen.

„Die Lufthansa hat den lukrativen Zuschlag erhalten, jetzt erwarten wir, dass das Unternehmen der Aufforderung nachkommt und bereit ist, Übernahmeregelungen zu vereinbaren. Die bisherige Position der Lufthansa, wonach sich Airberliner bewerben könnten, ist angesichts der heute erfolgten Zuschläge zum Schnäppchenpreis unwürdig und nicht mehr haltbar“, so Behle. 

ver.di forderte erneut von der Politik und den beteiligten Unternehmen, alles zu tun, um die Bildung einer Transfergesellschaft zu ermöglichen. Hier sollten zügig diejenigen Beschäftigten aufgenommen werden, die nicht sofort einen neuen Job erhalten. Die Transfergesellschaft ist aus Sicht von ver.di ein geeignetes Mittel, um Zeit zu gewinnen und die von Arbeitslosigkeit betroffenen Beschäftigten in neue Arbeitsplätze vermitteln zu können.