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Equal Pay Day

ver.di Landesbezirk Berlin Brandenburg

Equal Pay Day

(65) 17.03.2017

Equal Pay Day: Zwangsteilzeit eindämmen und Frauen besser stellen 

„Nach wie vor erhalten Frauen für ihre Arbeitsleistung weniger Geld als Männer. Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Berufen, sie haben familienbedingt mehr Ausfallzeiten und arbeiten wesentlich häufiger in Teilzeit als Männer. Im Ergebnis haben sie schlechtere Renten und sind häufiger von Altersarmut betroffen als Männer“, sagt Susanne Stumpenhusen, ver.di-Landesbezirksleiterin.  

Aus Anlass des diesjährigen Equal Pay Day fordert ver.di die Eindämmung der Zwangsteilzeit und die Besserstellung der Betroffenen. Der Equal Pay Day am 18. März 2017 prangert die bestehende Lohnlücke zwischen Männern und Frauen an.  „Noch immer gibt es auch in Deutschland Frauen, die bei gleicher Arbeit einen geringeren Stundenlohn als Männer erhalten, das ist vor allem in tariflich ungeregelten Bereichen ein reales Problem“, so Susanne Stumpenhusen. Häufig wird gleichwertige Arbeit unterschiedlich bezahlt. Eine ausgebildete Krankenschwester arbeitet körperlich schwer, hat aber ein geringeres Monatseinkommen als ein ähnlich schwer arbeitender Facharbeiter in der Industrie. „ver.di fordert die Aufwertung von typischen Frauenberufen, zum Beispiel in der Pflege, in den sozialen Bereichen oder der Erziehung“, sagt Susanne  Stumpenhusen.  

Arbeitgeber bieten in vielen Branchen, wo besonderes häufig Frauen arbeiten, lediglich Teilzeitarbeitsplätze an, obwohl Frauen selbst gerne mit höherer Stundenzahl arbeiten würden. „Wir setzen uns dafür ein, dass diese Form der Zwangsteilzeit bekämpft wird. Viele Arbeitsplätze im Einzelhandel werden nur noch mit der Hälfte der tariflichen Stundenzahl oder noch weniger Stunden angeboten. In Brandenburg waren in vielen Kitaeinrichtungen die Erzieherinnen auf Teilzeit gesetzt worden, als nach 1990 die Geburtenrate sank. Bis heute hatten nicht alle Betroffenen die Chance, wieder in Vollzeit zurückzukehren“, meint Susanne Stumpenhusen.  

Angesichts der Stundenlöhne in vielen Branchen – wie zum Beispiel im Einzelhandel - ist eine Teilzeitstelle nicht existenzsichernd. Dieses Geschäftsmodell zwingt viele Frauen in die Aufstockung oder macht sie von der Gewährung von zusätzlichen Stunden abhängig.  

„Wir fordern den Gesetzgeber auf, Zwangsteilzeit einzudämmen. Wenn Arbeitgeber nur eine Teilzeitstelle bereitstellen, aber zeitliche Verfügbarkeit im vollen Umfang erwarten, müssen sie mehr zahlen als den normalen Stundenlohn, dann muss ein Verfügbarkeitszuschlag gezahlt werden. Wer Fraueneinkommen heben will, muss handeln“, so Susanne Stumpenhusen. 

Für Rückfragen: Astrid Westhoff, Tarifkoordinatorin und ver.di-Frauensekretärin, Tel. 030-8866-4152.

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