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(195) 11.10.2017

Tür auf für Tarifverträge in der Diakonie 

Mit einer Aktion am morgigen Donnerstag, dem 12. Oktober 2017 wird ver.di vor dem Sitz der Diakonie Deutschland und des Verbands diakonischer Dienstgeber (VdDD) (Caroline-Michaelis-Straße 1 und Invalidenstraße 29 in Berlin-Mitte) für Tarifverträge für die Beschäftigten in der Diakonie demonstrieren. In der Zeit zwischen 14.00 Uhr und 15.00 Uhr werden in Berlin ca. 60 ver.di-Aktive aus vielen Regionen Deutschlands auf nachgebildeten Luthertüren die Forderungen der Diakonie-Beschäftigen nach Gleichbehandlung, Wertschätzung und guten Arbeitsbedingungen anschlagen. 

Für die Kirchen-Beschäftigten gelten in Deutschland arbeitsrechtliche Sonderregelungen. So werden Einkommensverbesserungen nicht – wie sonst üblich – durch Tarifverträge ausgehandelt, sondern sollen durch paritätisch besetzte Gremien festgelegt werden. Im Lutherjahr hat die Diakonie Deutschland jedoch ihren kirchlichen Sonderweg zur Lohnfindung faktisch selbst beendet. Nachdem eine Einigung zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite im Rahmen des „3. Wegs“ im April nicht zustande kam, hat die Arbeitgeberseite durch eine kirchenrechtlich verbindliche Schlichtung einseitig Arbeitsbedingungen durchgesetzt. Damit setzt sich die Abkoppelung nach unten von der Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst weiter fort, die bereits seit Jahren stattfindet. Darüber hinaus können durch erweiterte Öffnungsklauseln in den Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie die Löhne gekürzt werden. Vor diesem Hintergrund fordert Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler: „Viele der rd. 450.000 Beschäftigten der Diakonie sind sauer, weil sie deutlich schlechter bezahlt werden, als ihre Kolleginnen und Kollegen in kommunalen Einrichtungen. Der 3. Weg hat keine Zukunft, die Diakonie sollte die Zeichen der Zeit erkennen und endlich mit ver.di faire Tarifverträge abschließen“.  

Tarifverträge sind längst keine Ausnahme mehr in kirchlichen Einrichtungen. Seit Jahren gelten zum Beispiel tarifvertragliche Regelungen für die Nordkirche, in der Diakonie Niedersachsen oder die verfasste Kirche Berlin-Brandenburg. Allerdings für die etwa 52.000 Beschäftigten in der Diakonie Berlin-Brandenburg weigert sich der Arbeitgeber, einen Tarifvertrag abzuschließen. Sylvia Bühler: „Nur Tarifverhandlungen sind Verhandlungen auf Augenhöhe. Der 3. Weg ist undemokratisch, die Beschäftigten werden nicht einbezogen, sie können keine Forderungen diskutieren und mitentscheiden. Alles passiert hinter verschlossenen Türen.“ 

Für Rückfragen: Berno Schuckart-Witsch, mobil: 0170 / 63 20 659.

 

 

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