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Kommunale Grünpflege

(132) 13.07.2017

Mitarbeiter*innen protestieren mit ver.di vor dem IGA-Gelände gegen Personalmangel in der kommunalen Grünpflege 

Am Samstag, 15. Juli 2017, findet von 10.00 bis 13.00 Uhr eine weitere Unterschriftensammelaktion vor dem Eingang der IGA Berlin statt. Mit dieser Aktion machen die Beschäftigten, insbesondere aus dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, erneut auf den dramatischen Personalmangel in der kommunalen Grünpflege aufmerksam und sammeln Unterschriften für den Erhalt der bezirklichen Grünflächenämter.

Am Beispiel der Internationalen Gartenausstellung wird wieder einmal deutlich, dass dort, wo Personal konzentriert und regelmäßig eingesetzt wird, ein deutlich besserer Pflegezustand erreicht und gehalten werden kann. „Während aktuell um das Gelände der IGA herum mit vollem Personaleinsatz des Grünflächenamtes gepflegt, gemäht und gewässert wird, kommen andere, nicht so markante Grünanlagen, Spielplätze und Wege wieder einmal viel zu kurz“ … sagt ver.di Gewerkschaftssekretärin Marion Kruck.

In Marzahn-Hellersdorf pflegen die 142 Mitarbeiter*innen eine Fläche, die etwa so groß ist wie Frankfurt/Oder. Beinahe die Hälfte der derzeit Beschäftigten scheidet altersbedingt in den nächsten Jahren aus. Der Altersdurchschnitt liegt hier bei 57 Jahren. Offen ist, ob die freiwerdenden Stellen wiederbesetzt werden. Hinzu kommt die seit Jahren völlig unzureichende technische Ausstattung mit veralteten Maschinen und Geräten. Die bezirklichen Grünflächenämter haben seit Jahren zu wenig Personal. Während in den 80‘er Jahren noch mehr als 5.000 Beschäftigte für die Pflege und Unterhaltung der Grünflächen zuständig waren, sind es heute Berlin weit weniger als 2.000.

Deshalb sehen in vielen Teilen der Stadt die öffentlichen Grün- und Erholungsflächen so aus wie sie aussehen und es ist dringend notwendig für Veränderung zu sorgen, um den wachsenden Anforderungen von Parks und Grünanlagen in einer boomenden Metropole wie Berlin gerecht zu werden. Es gibt 116.840.000 m² öffentliche Grün- und Erholungsflächen in Berlin. Hinzu kommen noch 1.850 öffentliche Spielplätze und die 439.000 Straßenbäume.  

Trotz wachsender Stadt und steigendem Nutzungsdruck von Parks und Grünanlagen kann in vielen Bezirken seit Jahren nur das Nötigste erledigt werden. Das hat mit qualitativ hochwertiger Pflege nichts mehr zu tun und widerspricht auch dem eigenen Anspruch der Beschäftigten. Die Idee, die Reinigung von Grünanlagen und Parks an die BSR zu geben, ist aus dieser Not der Bezirke geboren, die für diese Tätigkeiten weder das Geld noch das notwendige Personal haben, da die Stellen massiv abgebaut wurden. Die Tatsache, dass dort, wo die BSR in Pilotprojekten reinigt, die Anlagen „endlich mal wieder sauber sind“, zeigt, dass der erhebliche Mehreinsatz von zum Teil extra dafür eingestelltem Personal und zusätzlichen finanziellen Mitteln sehr schnell eine spür- und vor allem sichtbare Verbesserung der Reinigung ermöglicht.  

Mit einer entsprechenden finanziellen und personellen Ausstattung wären auch die bezirklichen Grünflächenämter in der Lage, qualitativ hochwertige Leistungen zu erbringen und das nicht nur an ausgewählten Plätzen sondern Berlin weit. Deshalb fordert ver.di auch für die Grünflächenämter der Bezirke endlich mehr Personal, die Übernahme der gut ausgebildeten Nachwuchskräfte und eine konsequente Einbeziehung von grünpflegerischem Sachverstand in die Planung von neuen Anlagen, um neu angelegte Parks und Grünflächen auch nachhaltig pflegen zu können.

Für Rückfragen: Marion Kruck, Gewerkschaftssekretärin Fachbereich Gemeinden, T. 0170/574 85 31