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Vivantes Service Gesellschaft

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Vivantes Service Gesellschaft

(90) 17.05.2018

Streik bei Vivantes Service Gesellschaft eskaliert

Der Streik bei der Vivantes Service GmbH geht in die 6. Woche. Ein verbessertes Angebot des Arbeitgebers steht nach wie vor aus. Vielmehr scheint die Geschäftsführung mit allen Mitteln und Möglichkeiten, die Auswirkungen des Streiks herunterzuspielen. Dabei wird regelmäßig gegen die mit ver.di vereinbarte Notdienstvereinbarung verstoßen, um einen „Normalbetrieb“ aufrechtzuhalten. So arbeiten Beschäftigte der Mutterfirma Vivantes ohne entsprechende Qualifikation in der Sterilgutaufbereitung, es werden Leiharbeiter als Streikbrecher angefordert und Sterilgut u.a. in Neuruppin, Sommerfeld und Hamburg aufbereitet. Dadurch entstehen Mehrkosten, die besser zur Umsetzung der Forderungen der streikenden Beschäftigten verwendet werden könnten, wie diese zu Recht anmahnen. Seit dem gestrigen 35. Streiktag hat ver.di zudem die Pflege, insbesondere aus den OP`s und der Anästhesie an den Streiklokalstandorten in einen Solidaritätsstreik gerufen. Die Konzernleitung hat - trotz vorheriger Ankündigung dieser Streikmaßnahme - den Beschäftigten des Klinikums Spandau für den heutigen Streiktag ihr Streikrecht untersagt mit der Begründung, es gäbe keine vereinbarte Notdienstvereinbarung für diese Beschäftigtengruppe. Eine mehrmalige schriftliche Zusage von ver.di, dass für Notfälle jederzeit Personal zur Verfügung stehe und somit keine PatientInnen zu Schaden kommen könnten, war für die Geschäftsführung offensichtlich nicht ausreichend. Außerdem wurden die ca. 70 Streikenden heute von ihrem Streikstandort auf dem Klinikgelände verwiesen. Seit Beginn des Streiks standen die Streikenden jedoch bereits zum dritten Mal an diesem Ort, was bisher nie in Frage gestellt wurde. Nun wird mit Hausverbot, dem Vorwurf des Hausfriedensbruchs und der Polizei gedroht. „Große Drohgebärden, von den sich die Streikenden jedoch nicht einschüchtern ließen, denn sie kämpfen nicht, um sich mit Klinikleitungen oder Polizei zu streiten, sie kämpfen für Gerechtigkeit: für gleiches Geld für gleiche Arbeit!“ sagt Janine Balder, zuständige Gewerkschaftssekretärin.

Der Ton und der Umgang mit den Streikenden und mit ver.di wird härter. „Das ist ein Zeichen dafür, dass der längste Streik in der Geschichte von Vivantes doch Auswirkungen hat. Dieser Zustand könnte beendet werden, wenn die Arbeitgeberseite endlich einlenkt und bereit ist, den Forderungen der Kolleginnen und Kollegen nach einer Bezahlung in Angleichung an die Löhne der Vivantes-Beschäftigten zu entsprechen. Für ein landeseigenes Unternehmen erwarten wir von der Politik, die im Koalitionsvertrag enthaltenen Absichtserklärungen auch umzusetzen und ihren Einfluss entsprechend geltend zu machen. Lippenbekenntnisse vom Senat hatten die Streikenden in den letzten Monaten genug. Jetzt müssen Taten folgen! “ so Balder.

Am Donnerstag werden die Streikenden gemeinsam mit den studentischen Beschäftigten, die nach 17 Jahren Lohnstillstand für einen neuen Tarifvertrag seit Montag sich im Warnstreik befinden, an einer Demonstration am Leopoldplatz teilnehmen.

Am Freitag, dem 18.05.2018 findet vor dem Vivantes-Klinikum am Friedrichshain um 09:00 Uhr die bisher größte Streikkundgebung statt, an der sich auch Pflegekräfte aus OP und Anästhesie beteiligen werden. Eine Notdienstvereinbarung für diesen Tag wurde mit ver.di abgeschlossen, so dass es zwar zu Ausfällen von geplanten Operationen kommen wird, Notfallpatientinnen und -patienten aber trotz des Streiks versorgt werden.

Gestreikt wird für:
Übernahme des Manteltarifvertrages zu 100 Prozent
Anpassung Entgelttabellen an das Niveau des TVöD im Rahmen eines Stufenplans
Regelung zur Altersversorgung

 

Für Rückfragen und Presseanfragen bitte wenden an: Janine Balder, 0151-12158362
 

 

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