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Tarifergebnis bei MPS Anlagen

Ver- und Entsorgung

Tarifergebnis bei MPS Anlagen

(139) 26.07.2017

Tarifvertrag bei den MPS Anlagen erzielt – deutliche Gehaltssteigerungen insbesondere für Kraftfahrer 

Nach drei Verhandlungsrunden hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bei der MPS Betriebsführungsgesellschaft mbH, einer gemeinsamen Tochter der Berliner Stadtreinigung BSR und ALBA, rückwirkend zum 1. Januar 2017 ein Tarifergebnis erzielt, das den Beschäftigten ein deutliches Einkommensplus zusichert. Ein bereits geplanter Warnstreik, der zu erheblichen Entsorgungsproblemen bei der Berliner Stadtreinigung sowie bei ALBA geführt hätte, konnte damit abgewendet werden. In den Mechanisch-Physikalischen Stabilisierungsanlagen in Pankow und Reinickendorf wird Restmüll zu Ersatzbrennstoff zur Energieerzeugung verarbeitet. 

Die Tarifvertragsparteien verständigten sich auf einen Haustarifvertrag zum Entgelt, nachdem die bundesweiten Tarifverhandlungen in der privaten Entsorgungswirtschaft im Flächentarifvertrag mit dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) ergebnislos von ver.di beendet wurden, da es seitens des Arbeitgeberverbandes BDE keinerlei Bereitschaft gab, den bestehenden Fachkräftemangel durch einen zukunftsgerichteten Tarifvertrag zu beseitigen. 

Der Tarifvertrag beinhaltet eine Einmalzahlung von 780 Euro brutto sowie Lohnsteigerungen von 2,0 Prozent ab dem 1. August 2017 sowie 2,1 Prozent ab 1. Januar 2018 mit einer Gesamtlaufzeit von zwei Jahren. Außerdem erhalten Beschäftigte, die im 2-Schicht-System arbeiten, eine Zulage von 25 Euro brutto/Monat, Beschäftigte im 4-Schicht-System erhalten eine Zulage von 60 Euro brutto/Monat. „Besonders hervorzuheben ist, dass Kraftfahrer bei den MPS Anlagen ab August 2017 von der Vergütungsgruppe VG 6 in die VG 7 steigen, was alleine schon eine Lohnsteigerung von 2,9 Prozent ausmacht“, beschreibt Ellen Naumann, ver.di Landesfachbereichsleiterin Ver- und Entsorgung Berlin/Brandenburg und Verhandlungsführerin die Tarifvertragsinhalte. „Rechnet man hier noch die neue Zulage für Schichtarbeit hinzu, haben Kraftfahrer ab 2018 ein um 8 – 9,5 Prozent höheres Einkommen als der BDE-Tarifvertrag vorsieht.“ Die Schichtzulagen würden an über 80 Prozent der Beschäftigten gezahlt werden. Außerdem sei eine Vorteilsregelung für ver.di- Mitglieder vereinbart worden, die dazu führe, dass den ver.di-Mitgliedern im Betrieb eine Betriebshaftpflichtversicherung über den gewerkschaftlichen Unterstützungsverein GUV Fakulta vom Arbeitgeber bezahlt werde. 

„Mit diesem Tarifabschluss ist nun neben der Berlin Recycling GmbH auch der zweite Berliner Betrieb über einen Haustarifvertrag tarifiert, der seine Beschäftigten zuvor nach dem bundesweiten BDE Entgelttarifvertrag bezahlte. Damit findet im Raum Berlin in keinem Betrieb mehr der Entgelttarifvertrag BDE Anwendung“, so die Gewerkschafterin. Die Orientierung der Bezahlung in der privaten Berliner Entsorgungsbranche müsse nun nach den beiden abgeschlossenen Haustarifverträgen erfolgen. „Noch sind in Berlin viel zu viele private Entsorger wie beispielsweise Bartscherer, ALBA oder REMONDIS ohne Tarifvertrag. Dies muss sich ändern, wenn die Betriebe dem Kraftfahrermangel effektiv entgegenwirken wollen“, ist sich die ver.di-Verhandlungsführerin sicher. 

Für Rückfragen: Ellen Naumann, Landesfachbereichsleiterin Ver- und Entsorgung, (Tel. 0175/5871637)

 

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