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ALBA Logistik GmbH

Ver- und Entsorgung

ALBA Logistik GmbH

(227) 27.12.2017

Streik bei ALBA Logistik GmbH – Gelbe Tonnen werden berlinweit sowie in Königs Wusterhausen und Fürstenwalde nicht geleert 

Seit 4.00 Uhr streiken am Freitag, dem 22. Dezember 2017 die Beschäftigten der ALBA Logistik GmbH für einen Entgelttarifvertrag. Der Streik wurde notwendig, weil nach der 2. Verhandlungsrunde die Arbeitgeberseite eine Erhöhung ihres Angebotes abgelehnt hat und keinen weiteren Verhandlungstermin mehr zugesagt hat. Die ALBA Logistik GmbH Berlin hat 200 Beschäftigte und ist u. a. für die berlinweite Entsorgung der Gelben Tonne/Gelber Sack sowie Gewerbemüll, Krankenhausmüll, Containerdienste für die Berliner Stadtreinigung BSR sowie die Entsorgung des Gelben Sacks in Königs Wusterhausen und Fürstenwalde zuständig. Das Unternehmen hat 4 Standorte (Hultschiner Damm, Montanstraße, Marzahnerstraße und Wriezen). Die Streiks am 22. Dezember betreffen den Standort Hultschiner Damm. ver.di rechnet mit erheblichen Beeinträchtigungen im gesamten Entsorgungsgebiet Berlin sowie in Königs Wusterhausen und Fürstenwalde bei der Entsorgung der Gelben Tonne/Gelber Sack. Aufgrund d  er bevorstehenden Feiertage und dem Jahreswechsel ist ein kurzfristiges Nachholen der Entsorgung nicht möglich. 

„ALBA will bis 2025 die Nr. 1 der Entsorgungsbranche werden, bei der Bezahlung ihrer Müllmänner sind sie jedoch seit Jahren eher Schlusslicht in der Branche. Die Unternehmensführung sagt ausdrücklich, dass sie eigentlich keine Tarifverträge abschließen wollen“, kritisiert Ellen Naumann, ver.di Verhandlungsführerin und Leiterin des Fachbereichs Ver- und Entsorgung Berlin Brandenburg. ALBA gelänge es tagtäglich nicht mehr, alle Mülltouren zu fahren, weil es an ausreichend Personal dafür fehle. Die Erfüllung der Entsorgungsaufträge sei teilweise gefährdet, weil der Kraftfahrermangel in der Gesamtbranche bei einem Betrieb wie ALBA, der unterhalb des üblichen Lohns zahle, noch stärker sei als anderswo. ALBA zahle aktuell Müllwerkern den Mindestlohn der Branche von 9,10 Euro sowie Kraftfahrern zwischen 9,70 Euro und 10,65 Euro. In Betrieben mit Tariflohn wie z. B. bei der Berlin Recycling GmbH seien aber Löhne zwischen 12,34 Euro bis 15,42 Euro für Müllwerker bzw. 13,84 Euro bis 15,73 Euro für Kraftfahrer in 2018 zu erreichen. Im Öffentlichen Dienst liege der Lohn sogar noch höher bei aktuell 12,44 Euro – 15,51 Euro für Müllwerker und 13,26 Euro bis 17,62 Euro für Kraftfahrer. Hier steht über die Tarifrunde im Öffentlichen Dienst eine weitere Erhöhung in 2018 noch aus. 

Aufgrund dessen, dass sich die ALBA-Beschäftigten innerhalb weniger Monate sehr gut gewerkschaftlich organisiert hätten und einen Tarifvertrag eingefordert hätten, habe die Unternehmensleitung zwar ein Angebot unterbreitet, was jedoch mit Stundenlöhnen von 10,47 Euro bis 12,25 Euro für 2018 bzw. 11,26 Euro bis 13,17 Euro noch immer deutlich unterhalb dessen liege, was andere Unternehmen für die gleiche Tätigkeit zahlen, kritisiert die ver.di Verhandlungsführerin das Angebot der Arbeitgeberseite sowie die Weigerung über eine Erhöhung der Stundenlöhne im Januar weiter zu verhandeln. „ver.di ist zu weiteren Verhandlungen bereit und hat Lösungsmöglichkeiten bereits am Verhandlungstisch aufgezeigt. Der Ball liegt nun im Feld der Arbeitgeberseite“, so Ellen Naumann. 

Für Rückfragen:
Ellen Naumann, Landesfachbereichsleiterin Ver- und Entsorgung und Verhandlungsführerin, (Tel. 0175 / 5871637) bzw. Quentin Foth, Betreuungssekretär für die private Abfallwirtschaft Berlin, (Tel. 0171 / 5529495)

 

 

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