Selbstständige

Befragung der Solo-Selbstständigen

Erste Ergebnisse

Befragung der Solo-Selbstständigen

Rund 400 Solo-Selbstständige aus Berlin und Brandenburg haben sich die Zeit genommen, unseren Fragebogen auszufüllen – ganz herzlichen Dank dafür!

Wir freuen uns besonders über die ausführlichen Anmerkungen zu den Fragen. Die Auswertung der Ergebnisse werden wir in einer kleinen Serie hier veröffentlichen.

Starten wollen wir mit dem Thema, das den Befragten am wichtigsten ist: soziale Absicherung.

Um auf die Themen einzugehen, die in der Umfrage als wichtig erachtet wurden, werden wir in regelmäßigen Abständen Workshops anbieten – z.B. zu Selbstmarketing, Vertragsgestaltung, Steuern etc. Die ver.di-Mitgliedschaft zur Teilnahme ist Voraussetzung. Falls du noch nicht Mitglied bist, dann http://www.mitgliedwerden.verdi.de.

Wir beginnen diese Reihe mit einem Workshop zu Fragen rund um die Künstlersozialversicherung (KSK). Termin 27.06.2017, 18:00 bis 21:00 im Raum 6.05, ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg, Köpenicker Straße 30, 10179 Berlin. Da die Workshops auf 25 Personen begrenzt sind, ist eine Anmeldung erforderlich.

Wer Interesse an Informationen zu unseren Veröffentlichungen oder kommenden Workshop-Terminen hat, kann an selbststaendige.bb@verdi.de schreiben: Betreff: Infobrief LKS-BB.

Wir möchten an dieser Stelle auch auf das Angebot von mediafon.de aufmerksam machen: Dort können sich ver.di-Mitglieder kostenlos und alle anderen gegen Entgelt zu Fragen zu Honoraren, Verträgen, zur Sozialversicherung und vielen anderen Selbstständigen-Themen beraten lassen.

  • TEIL 1 – Soziale Absicherung

    Das Interesse an Fragen der sozialen Absicherung zieht sich durch den ganzen Fragebogen. Fast 90% der Befragten hält das Thema für sehr wichtig oder wichtig.
    Dies bestärkt uns in der Auffassung, dass die soziale Sicherung von Solo-Selbstständigen ein Kernthema unserer Arbeit als Interessenvertreter sein muss.

    Wie es bei den Befragten selbst aussieht und welche Konsequenzen wir für unsere Arbeit ziehen


    Krankenversicherung:

    Über 90 Prozent der befragten Kolleginnen und Kollegen sind in der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung oder der Künstlersozialkasse (KSK).

    Zur freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung wurde häufig das Problem der zu hohen Einstiegsbeiträge ohne Berücksichtigung prekärer Einkommenssituationen angesprochen. Das Problem ist auf der politischen Ebene in Arbeit. Aktuell versuchen wir uns da einzumischen, beispielsweise auf solchen Veranstaltungen: „Solo-Selbständige - Raus aus der Prekarisierung“
    Über die aktuelle Diskussion dazu wollen wir euch hier weiter informieren.

    Der Erhalt der KSK wurde verschiedentlich angesprochen und gefordert. Hierfür machen wir uns in der LKS natürlich stark.

    Da das Interesse an der KSK generell groß ist, bieten wir zeitnah einen Workshop dazu an, nähere Infos dazu findet Ihr oben.

    Altersvorsorge:

    Aus einer Reihe von Anmerkungen spricht die Sorge vor Altersarmut. Gut 70 Prozent der Befragten sind gesetzlich rentenversichert – fast ausschließlich über die KSK, so unsere Annahme. Auch für einen großen Teil dieses Kreises ist wahrscheinlich, dass die gesetzliche Rente nicht über die Grundsicherung hinausreichen wird.

    Etwa 18 Prozent der Befragten zahlen gar nicht in die Rentenversicherung ein, weder privat noch gesetzlich. Nur die Hälfte sorgt privat für das Alter vor. Wir gehen von einer nicht geringen Zahl von Selbstständigen aus, die für private Vorsorge schlicht kein Geld hat.
    Zur Alterssicherung gibt es für uns als LKS verschiedene Optionen aktiv zu werden. Einmal die Unterstützung der verschiedenen Ansätze auf politischer Ebene: Eine Verbesserung der Situation und Perspektive in der gesetzlichen Rentenversicherung, Stichworte „Bürgerversicherung“/Einbeziehung aller Selbstständiger in die Rentenpflichtversicherung und die Schaffung einer Mindestrente.

    Zum anderen die Aufklärung über private Ergänzungsmöglichkeiten wie die staatlich geförderten Riester- und Rürup-Renten und andere Ansparoptionen. Einem großen Teil unserer Zielgruppe steht das Presseversorgungswerk offen, ein von den Gewerkschaften getragenes Medienversorgungswerk mit den höchsten Renditen am Markt im Bereich private Altersvorsorge.

    Auch hierzu wollen wir einen kostenfreien Workshop für Mitglieder anbieten, in dem sowohl Fördermodelle als auch Tarifoptionen der Presseversorgung besprochen werden können. Auch das Risiko Berufsunfähigkeit, dass von vielen Selbstständigen unterschätzt wird – nur knapp 20 Prozent haben hier eine Absicherung – soll dort thematisiert werden.

    Arbeitslosenversicherung:

    Das Thema Arbeitslosenversicherung für Selbstständige wird in der Befragung öfter genannt: Dabei geht es sowohl um die Frage des generellen Zugangs für Selbstständige zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung als auch um die Bezahlbarkeit dieser Versicherung.

    In Zukunft wollen wir verstärkt auf Veranstaltungen zum Thema hinweisen.