Besoldung

Aktion Geduldsfaden

Aktion Geduldsfaden

Zerreißprobe Andreas Splanemann Aktion Geduldsfaden

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hatte ihre verbeamteten Berliner Mitglieder zu einer Aktion unter dem Motto „Aktive Zerreißprobe“ aufgerufen. Hintergrund ist die Forderung der Gewerkschaft nach einer zeit- und inhaltsgleichen Übertragung des Tarifabschlusses für die Landesbeschäftigten auch auf die Berliner Beamtinnen und Beamten. 

Zu dieser „Aktiven Zerreißprobe“ am 24. April 2013 kamen etwa 1.500 Beamtinnen und Beamte. 
Aber auch andere Gewerkschaften schlossen sich diesen Aufruf an. 

Es sprach die Vorsitzende des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg, Doro Zinke und machte deutlich, dass Angesichts des unwürdigen Gerangels um die Angleichung der Beamtengehälter in Berlin der Senat neue Wege gehen müsse. Denn auch für Beamte stiegen die Lebenshaltungskosten in Berlin. Die Einkommensschere gehe immer weiter auf und dem Senat laufe die Zeit weg. Denn währenddessen wanderten qualifizierte und mobile Fachkräfte in andere Bundesländer und zum Bund ab.

Anschließend wurde eine Menschenkette vom Sitz des Innensenators bis zum Gebäude des Finanzsenators gebildet.  Auf der Mitte der Spandauer Straße wurde symbolisch der „Geduldsfaden“ zerrissen. Die teilnehmenden Beamtinnen und Beamten nahmen die Gelegenheit wahr, um nach Kundgebungsende noch einen Demozug zum Roten Rathaus zu unternehen, dabei wurde mehrere Minuten lang die Kreuzung Gruner/Ecke Spandauer Straße blockiert. Am Roten Rathaus löste sich der Demozug auf.

Berliner BeamtInnen wollen nicht mehr bundesweites Schlusslicht bei der Besoldung sein

Und es geht nicht nur um die Angleichung für 2013, sondern auch darum, dass seit Jahren die Berliner Beamtinnen und Beamten hinsichtlich ihrer Bezahlung im Vergleich zu allen anderen Bundesländern und zum Bund das Schlusslicht bilden. Denn seit 2005, innerhalb von 8 Jahren, hat es lediglich eine Gehaltserhöhung von insgesamt vier Prozent gegeben. Die Preissteigerungsrate lag in dieser Zeit hingegen bei 13 Prozent. Der Unterschied zu den Gehältern des Bundes beträgt bereits weit über 10 Prozent. Selbst die ab August 2013 vorgesehene Erhöhung der Besoldung um zwei Prozent ist keine wesentliche Verbesserung.

ver.di und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder haben Anfang März 2013 für die Beschäftigten der Länder (außer Hessen) vereinbart, dass die Einkommen rückwirkend ab 1. Januar 2013 um 2,65 Prozent und ab 1. Januar 2014 um weitere 2,95 Prozent steigen. ver.di fordert deshalb, dass diese Erhöhungen auch für die Berliner Beamtinnen und Beamten übernommen werden sollen, damit die Berliner Besoldungen nicht noch mehr von denen in den Ländern und beim Bund abgekoppelt werden.